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Full text: 57, 1937

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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte — 57. Band, Nr. 2 
d) Hebron : Stationsbarometer Akt.-Ges Nr. 574 (Korrektion +0,4), Psychrotherinometer R. Fueß Nr. 169a (Korrektion 
—0,1), Maximumthermomcter R. Fueß Nr. 1811 (Korrektion 0,0) bis I. 1899, Maximumthermonieter R. Fueß Nr. 3071 (Korrektion 
0,0) vom IX. 1899 bis VIII. 1900, Maximumthermometer R. Fueß Nr. 1974 (Korrektion 0,0) vom X. 1901 bis XII. 1904, Minimum 
thermometer R. Fueß Nr. 45 (Korrektion +3,0). 
Über die Aufstellung der benutzten Instrumente läßt sich, wie aus den Original-Beobachtungen hervorgeht, für das Baro 
meter und die Thermometer folgendes sagen: 
Das Barometer war zuerst auf allen Stationen im Zimmer des Beobachters aufgehängt. Diese Aufstellung des Baro 
meters in einem geheizten niederen Raum erwies sich jedoch, besonders im Winter, wie sich aus Vergleichung des Stations 
barometers mit dem Normalbarometer (Fueßsches Kontrolibarometer) ergab, recht ungünstig; die Temperatur des Zimmers ist 
durch Öffnen und Schließen der Tür raschen Schwankungen unterworfen, und diesen folgte die Quecksilbersäule des Barometers 
nicht in gleichem Maße. Ferner wurde, da die Temperaturdifferenz zwischen den oberen und unteren Luftschichten des Zimmers 
recht groß ist, die Reduktion der Beobachtungen auf 0° Celsius ungenau, wenn das Thermometer sich nicht in der richtigen Höhe 
befand. Daher brachte man auf allen Stationen später das Barometer in einem ungeheizten Raume unter. 
Die Thermometer wurden anfangs in einem Thermometerhäuschen vor einem nach Norden gelegenen Fenster an 
gebracht. Diese Aufstellung erwies sich aber zum Teil, besonders im Winter, als wenig geeignet, da die Thermometer häufig von 
Schneewehen bedeckt wurden. Sie erhielten daher später in Hoffenthal und Zoar einen anderen Platz. Für die gewöhnliche 
Temperaturbeobachtung konnten Quecksilberthermometer benutzt werden, da die Temperaturen niemals unter —40° sanken. Leider 
wurde aber ein Teil der Minimumthermometer im Laufe des Winters unbrauchbar. 
2. Das Beobachtungsmaterial. 
Die in den „Deutschen Überseeischen Meteorologischen Beobachtungen“ veröffentlichten Beobachtungen 
und die von der Deutschen Seewarte zur Verfügung gestellten O r i g i n a 1 - Beobachtungstabellen bildeten die 
Grundlage für die nachfolgenden Untersuchungen. Die beiden Stationen Okak und Rama, die nur Beobach 
tungen von 1882—1889 aufweisen, wurden unberücksichtigt gelassen. 
Zur Bearbeitung wurden die Beobachtungsergebnisse der Jahre 1883—1902 verwendet. Da für Hoffen 
thal und Zoar nur Beobachtungen bis zum Jahre 1898 bzw. 1894 Vorlagen, wurden für Temperatur und 
Luftdruck die Monatsmittel der fehlenden Jahre ergänzt. In den der Arbeit beigegebenen einzelnen Tabellen 
für Temperatur und Luftdruck wurden diese Werte durch .Kursivschrift gekennzeichnet. Auf die Ergänzungs 
methode dieser Werte wird weiter unten (S. 7) eingegangen werden. 
Die Beobachtungen von Temperatur, Luftdruck, Windrichtung und Windstärke sowie Bewölkung er 
folgten bis zur Jahrhundertwende um 8, 14 und 20 Uhr, später aber um 7, 14 und 21 Uhr. Die Monatsmittel 
temperaturen wurden aus den Mittelwerten sämtlicher Beobachtungen eines Monats für 8, 14 und 20 Uhr durch 
das arithmetische Mittel gebildet. Für die Jahre mit Beobachtungen um 7, 14 und 21 Uhr wurden sie dagegen 
nach der Formel 7 Uhr + 14 Uhr + 2 X 21 Uhr errechnet. Ein Ausgleich der Beobachtungswerte zwischen den 
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beiden verschiedenen Ablesungsterminen wurde nicht vorgenommen, da keinerlei Vergleichsbeobachtungen Vor 
lagen. In den Tabellen im Anhang wurden die Monatsmitteltemperaturen der 8-, 14- und 20-Uhr-Beobaclitungen 
und die Monatsmitteltemperaturen der drei Einzelbeobachtungen zusammengestellt. Gleichzeitig enthalten diese 
Tabellen Ablesungen des Maximum- und Minimumthermometers. 
Die Beobachtungen des Luftdrucks, die schon auf 0° Hg.-Temperatur bezogen waren, wurden noch auf 
Normalschwere reduziert, und dazu die für die einzelnen Stationen angegebene Schwerekorrektion benutzt. 
Ebenso wie für die Temperatur wurden auch für den Luftdruck die Monatsmittel aus den 8-, 14- und 20-Uhr- 
Beobachtungen durch das arithmetische Mittel gebildet. Die Tabellen im Anhang enthalten nur die Gesamt 
monatsmittel. Die Ergänzung der fehlenden Monate und Jahre geschah nach der gleichen Methode wie bei der 
Temperatur. Die Monatsmittel der Windstärke und Bewölkung wurden ebenfalls durch das arithmetische 
Mittel gebildet. Eine Ergänzung konnte nicht vorgenommen werden. 
Die Bestimmung der Windrichtung ergab an allen Stationen für Winde gewisser Richtungen nur kleinere 
Abweichungen. Es lag dies, wie später aus der Beschreibung der Lage der Stationen noch zu ersehen ist, daran, 
daß vorgelagerte Inseln und Berge, oder die tiefe Lage in einem Fjord die Richtung des Windes beeinflußten. 
Jedoch konnten diese Beobachtungen gut verwendet werden. Für alle beobachteten Jahre wurden die in den 
„Deutschen Überseeischen Meteorologischen Beobachtungen“ veröffentlichten Windrichtungen der einzelnen 
Monate in Prozenten umgerechnet und in Tabellen zusammengestellt. Auf weitere Berechnungen derselben 
wird bei der Betrachtung der Windrichtung noch eingegangen werden. 
Der Niederschlag wurde an allen Stationen jeden Morgen um 8 Uhr gemessen. In den Wintermonaten 
konnten diese Beobachtungen dann nicht durchgeführt werden, wenn der Schneefall von Sturm begleitet war, 
oder dieser auf den Schnee folgte und ihn wieder aus dem Meßgefäß herauswehte. Der Regenmesser war so 
beschaffen, daß das aufgefangene Regenwasser durch Öffnen eines Hahnes abgezapft wurde. Zur Bearbeitung
	        
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