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Volltext : 57, 1937

Heinz  Externbrink:  Kaltlufteinbrüche  in  die  Tropen

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Wärmewirtschaft  sind  als  die  im  Westen.  Hierbei  spielen  im  Winter  die  häufig  auftretenden  Nordersituationen
eine  große  Rolle.  Die  Orte  im  Osten  sind  dagegen  von  warmen  Wasserflächen  umgeben,  welche  dafür  sorgen,
daß  die  Schwankungsbeträge  kleiner  bleiben,  sofern  es  sich  um  advektiv  aus  dem  Kontinent  herbeigeführte
Kaltluft  handelt.  Eine  Betrachtung  der  Lufttemperatur  wäre  daher  unvollständig,  wenn  nicht  auch  die  Wassertemperaturen ­
  berücksichtigt  würden.

B.  Wassertemperatureri.
Kühlt  sich  Meerwasser  ab,  so  sinkt  es  ab  infolge  der  zunehmenden  Dichte,  darum  muß  eine  Erneuerung
des  Oberflächenwassers  von  unten  her  stattfinden.  Dieser  Umstand  bewirkt,  daß  sich  eine  Abkühlung  sofort  auf
größere  Massen  verteilt.  Entsprechendes  gilt  für  die  Erwärmung,  stets  bleiben  daher  die  Schwankungsbeträge
klein.
Für  die  Ausführungen  ist  es  von  einigem  Belang,  kurz  die  Meeresströmungen  zu  betrachten.  —  Auf  der
Höhe  der  Amazonasmündung  vereinigen  sich  die  äquatorialen  Wassermassen  und  fließen  nordwärts.  Ein  Teil
dieses  Stromes  zweigt  in  das  Caribische  Meer  ab  und  der  andere  Teil  fließt  als  Antillenstrom  längs  der  Westindischen ­
  Inseln  nordwärts.  Der  abgezweigte  Teil  füllt  an  der  Oberfläche  die  Karibische  See  und  den  Golf  von
Mexiko  mit  Wasser  äquatorialen  Ursprunges,  welches  hohe  Temperaturen  besitzt.  Als  Floridastrom  verläßt  der
im  Süden  abgezweigte  Teil  wieder  den  Golf  und  vereinigt  mit  dem  Antillenstrom,  überquert  er  als  Golfstrom
den  Atlantik.  Wegen  der  besonders  ausgeglichenen  Wärmeheschaffenheit  soll  auch  die  Sargassosee  erwähnt  werden. ­
  Diese  nimmt  den  Raum  etwa  von  20°  bis  40°  NB  und  30°  bis  60°  WL  ein.  Von  seiner  Nordgrenze  bis  nach
Cape  Race  hin  macht  sich  ein  Temperaturunterschied  von  fast  16°  C  geltend.
Temperaturen  von  28  bis  29°  C  sind  in  den  betrachteten  Räumen  im  wärmsten  Monat  keine  Seltenheit.
Der  Schwankungsbetrag  bewegt  sich  etwa  zwischen  2  und  3°  innerhalb  des  Intervalls  wärmster  und  kältester
Monat.  —  Bei  Cape  Hatteras  verläßt  der  Golfstrom  die  amerikanische  Küste.  Von  Neufundland  bis  hierhin
reicht  ein  Gebiet  kalten  Wassers,  welches  von  den  Amerikanern  als  der  „cold  wall“  bezeichnet  wird.  Eindringlich ­
  hebt  Schott  (33)  die  Bedeutung  des  cold  wall  hervor.  Er  schildert,  daß  der  Anteil  der  amerikanischen
Kaltwasscrregion  nur  klein,  aber  mächtig  in  ihrem  Einfluß  auf  Witterung,  Klima,  Fischerei  und  Großschiffahrt
ist.  Im  gleichen  Werk  sind  auch  Karten  wiedergegeben,  die  die  Schwankungsbeträge  im  Jahr  für  Luft-  und
Wassertemperatur  angeben  (33,  Tafel  XI  und  XVIII).
C.  Die  Druckverteilung.
Im  Laufe  des  Oktober  beginnt  der  Luftdruck  über  dem  Atlantischen  Ozean  und  über  dem  amerikanischen
Kontinent  zu  steigen.  Mit  dem  Beginn  des  November  baut  sich  die  bekannte  winterliche  Antizyklone  über  Nordamerika ­
  auf.  Oktober  und  März  sind  die  beiden  Monate,  während  derer  sich  auf  dem  Kontinent  der  Wechsel
zwischen  winterlicher  Antizyklone  und  sommerlicher  Zyklone  vollzieht.  Der  Golf  von  Mexico  und  die  Karibische
See  sind  durch  ihre  Lage  in  einer  Rinne  tieferen  Druckes  ausgezeichnet,  welche  sich  zwischen  dem  subtropischen
Hoch  des  Atlantik  und  dem  sogenannten  Honoluluhoch  (Subtropenhoch  des  Pazifik)  hinzieht.  Über  die  Druckverteilung ­
  und  das  Strömungssystem  in  der  freien  Atmosphäre  über  dem  Golf  und  der  Karibischen  See  herrscht
zur  Zeit  noch  keine  Klarheit.  Georgii  und  Seilkopf  (11)  haben  ein  schematisches  Stromfeld  für  das  6000-m-Niveau
  entworfen,  jedoch  stellt  auch  dies  nur  ein  genähertes  Bild  dar,  denn  andere  Beobachter  (25)  haben  eine
starke  zeitliche  Veränderung  gerade  in  den  unteren  und  mittleren  Schichten  vorgefunden.  Demnach  dürfte  auch
wohl  die  Druckverteilung  in  mittleren  Höhen  zeitliche  Abänderungen  erfahren.  Erst  in  hohen  Schichten  wurde
eine  gewisse  Konstanz  beobachtet.
A.  Wegener  und  E.  Kuhlbrodt  (41)  haben  aus  dem  Verhalten  der  Ablenkungswinkel  geschlossen,  daß  die
Druckgebilde  über  dem  Golf  und  der  Caribischen  See  temperaturbedingt  sind,  daß  also  einem  Tief  am  Boden
mit  Linksablenkung  in  der  Höhe  ein  Hoch  entspricht  und  umgekehrt.

D.  Feuchtigkeit  und  Niederschlag.
Der  Passat  weht  aus  höheren  in  niedere  Breiten,  deshalb  tritt  eine  dynamische  Erwärmung  und  damit
verbunden  eine  Verringerung  der  Dampfmenge  ein.  Allgemein  wird  der  Passat  als  trockener  Wind  dargestellt
            
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