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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte — 57. Band, Nr. 3
K. Das Klima von Togo nach der Klassifikation von Koppen.
1. Feststellung der Klimaformeln.
Köppeue Klassifikation der Klimate der Erde darf als so feststehend angesehen werden, daß die Auf
stellung der Klimaformeln nach dieser für die 11 in dieser Arbeit hauptsächlich verwandten Togostationen un
erläßlich erscheint (3, S. 122 ff.). Temperatur, Niederschlag und deren Jahreslauf sind die Grundlagen der
Koppen sehen Klimaeinteilung.
Ganz Togo gehört dem A-Klima an, in dessen Gebiet die vieljährige Mitteltemperatur des kältesten Monats
über 18° und die Regenmenge des Jahres oberhalb der Trockengrenze liegt. Letztere wird definiert als die
Trennlinie zwischen Steppen- und Baumländern, so daß sich aus der Erfahrung heraus feststellen läßt, welche
Jahresniederschläge und dazugehörige Temperaturjahresmittel für diese angenommen werden müssen. Man
findet diese Regenmenge in einfachster Annäherung
a) bei überwiegenden Winterregen r = 2t
b) bei überwiegenden Sommerregen r = 2(t+14) (r in cm, t in °C).
Mittlere Verhältnisse dürfen für Togo angenommen werden, da in diesem Gebiet der Unterschied der Jahres
zeiten bezüglich der Temperatur fortfällt, also wird in diesem Falle
c) bei fortfallendem Unterschied der Jahreszeiten r = 2t+14.
Für alle 11 Togostationen ist aber r>2t+14 wie nachstehende Tabelle zeigt.
S.M.
Je.
Ba.
So.
K.K.
At.
Kpa.
Nu.
Pa.
Kpe.
Lo.
r in cm
106
121
127
132
135
137
131
101
146
86
78
2t+14
70
69
67
67
69
65
66
67
64
67
66
Diese sowie die der Temperaturmittel der Monate (Tab. 2) bestätigen die bereits vorweggenommene Aus
sage, daß ganz Togo dem A-Klima angehört.
Eine weitere Unterteilung geschieht dadurch, daß in der Klimaformel der Jahreslauf des Niederschlages
und der Temperatur durch Hinzufügung von Buchstaben, deren Definition genau festgelegt ist, charakterisiert
wird. Was die Verteilung des Niederschlages auf die einzelnen Monate anbetrifft, so gibt es folgende Unter
schiede :
1. Af-Klima : immer feucht, regenärmster Monat hat mehr als 6 cm Niederschlag, Urwaldklima;
2. Am-Klima: Urwaldklima trotz einer Trockenzeit;
3. A w - K 1 i m a : Savannenklima, Trockenzeit im Winter der betr. Halbkugel.
Aus Fig. 29, die nach Koppen (3, S. 131) angefertigt wurde, lassen sich die Abgrenzungen der 3 Teile des
A-Klimas hinsichtlich der Temperatur- und Regenverhältnisse ablesen. Die 11 Togostationen, jede mit ihrer
festgestellten mittleren Jahresregenmenge und mittleren Jahrestemperatur, sind eingezeichnet worden. Danach
ist ersichtlich, daß alle Stationen Aw-Klima haben. Dem Am-Klima am nächsten kommt Palime, ihm am
fernsten liegt das Küstengebiet. Pignol (17) bezeichnet die in Mitteltogo gelegenen Inseln mit mehr als
1500 mm Niederschlag im Jahresmittel als zum Am-Klima gehörig (s. Niederschlagskarte Fig. 8). Obwohl alle
im Schutzgebiet befindlichen Regenstationen gemäß dem Kriterium nach Koppen dem Aw-Klima ange
hören, kann wohl P i g n o 1 s Annahme bestätigt werden, da die dem Am-Klima sehr nahe kommenden
Stationen am Fuß von Bergen liegen, für die selber man sicherlich höhere Niederschläge ansetzen darf, so
daß diese im Diagramm Fig. 29 über die Grenzlinie hinweg in das Gebiet des wintertrockenen Urwaldklimas
hinüberwechseln könnten.
An der Küste haben wir 2 Trockenzeiten. Nach Koppen kommt ihr demnach die Bezeichnung Aw"
zu. Wir rechnen hierzu: Lome, Kpeme als unmittelbar an der Küste gelegene Stationen, sowie das gesamte dem
Gebirge vorgelagerte Küstenvorland. Weiter nördlich tritt wohl auch noch ein Nachlassen der Niederschläge
während der Regenzeit ein, doch kann von einer Trockenzeit nicht gesprochen werden, der übrige Teil
Togos bekommt also die Bezeichnung Aw-Klima, d. i. wintertrocken mit 1 Regenzeit, Maximum im Sommer.
Hinsichtlich der Temperatur nennt Koppen ein Klima isotherm (i), wenn die Temperaturdifferenz
der langjährigen extremen Monatsmittel kleiner als 5° ist. Folgende Tabelle der periodischen Schwankung S