568 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1896.
nicht westlich. Bedenklicher erscheinen aber solche Bahnen, die, wie XXXVII,
zwischen den Marianen (Againa) einerseits und Japan andererseits interpolirt und
in den Karten voll ausgezogen sind, ohne eine einzige Beobachtung zwischen
Agaja und Japan. Es handelt sich hierbei um Strecken von 1200 bis 1300 Sm,
das sind Entfernungen wie von Gibraltar bis Edinburg, von Neapel bis Christiania,
und aufserdem gerade um Meerestheile, über deren allgemeine und besondere
Verhältnisse wir sehr wenig Sicheres wissen. Ob es gerathen ist, auf Grund
solcher Bahnen Zugstrafsen für Taifune einzuführen, wie es in diesem Werke
geschieht, die dem Seemann doch eine Schätzung seiner Lage zur Bahn
erleichtern sollen, scheint mehr als fraglich,
Die Anzahl der Beobachtungen mit einer höheren Windstärke als 8 Beaufort
innerhalb der spanischen Besitzungen und in ihrer Umgebung in See ist, nach
den Tabellen zu urtheilen, in 1894 klein gewesen. Die folgende Liste — nur
mit den jeweils höchsten Stärken in einem und demselben Taifun — ist aus den
sehr zahlreichen Tabellen ausgezählt worden. In den Tabellen werden nur für
sechs verschiedene Taifune Windstärken von 9 und darüber angegeben, d. h. in
sechs von im Ganzen 48 Depressionen.
Windstirke
(0—12)
7
\
1
12
12
19
Ort der Beobachtung
Aparri in 18° N-Br, 122° O-Lg . 0. 0000 A
Dagupan, 16° N-Br, 120° O-Lg; Isla de Cabra, 14° N-Br, 120° 0-Lg
Dagupan, Manila ®) und S. Fernando d. 1. Union, 17°N-Br, 120°0-Lg
3. Fernando (an Bord) und in 17° N-Br, 119° O-Lg in See .
In See 12° N-Br, 112° O-Lg .
Aparri. . . 0. 044
Tag
1894
23. September
28. September
3. Oktober
®, September
„0, November
17. November
Die höchste für Agana auf den Marianen angeführte Windstärke war 8
am 6, und 12. November 1894.
Der zweite allgemeine Theil 1879 bis 1894, Kapitel I. Das Ent-
wickelungsgebiet der Stürme liegt im
Il. Dezember bis März. . . . zwischen 5° u. 12° N-Br, 133° % u. 145° O-Lg.
II. April, Mai; Oktober, November » 6° „17° „ 129° „142°
II. Juni bis September . . . # 8° 20° „ 126° „139° „
Für diese Gebiete und Monate gelten ferner (die Winde nach Coffin):
I
ur |
Isobaren
mm
757—759
757—159
757—759 (September z57)|
Isothermen
Sf
27—30
28—30
98.99
Winde
NENNE
WSW (Oktober, November); NE (April, Mai)
WSW /September); SW (Juni bis August)
Hieraus werden drei Sätze abgeleitet: „1. Die Stürme bilden sich nicht
in der Mitte von Tief- oder Hochdruckgebieten, sondern in den Zwischengebieten,
2, Die Wärme ist in allen drei Gebieten fast gleich und der Wärmegradient
beinahe Null. 3. Die Gebiete verschieben sich langsam nach NNW von Februar
bis Juli—August, und gehen wieder nach SSO zurück bis Januar.“
Das Entstehungsgebiet III für den Sommer erstreckt sich weiter nach
Norden als hier angegeben ist, denn Taifune entwickeln sich auch noch wenigstens
in 26° und 28° N-Br bei den Liukiu-Inseln.
Kapitel II übergehen wir, da es in der Hauptsache die in diesen
Annalen 1885, Seite 212, mitgetheilten Forschungen von Viies aus Westindien
enthält.
1) Die Längen sind im Werk selber von San Fernando (Cadiz) in 6° 12’ 24“ W-Lg v. Gr.
gerechnet, hier von Greenwich.
2) 30m p. S., in den Böen 34—35 m p. S.
8) Im Original steht eine um 10° gröfsere Länge, die als Druckfehler aufgefafst und hier
verbessert ist. E. K.