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Full text: 51, 1932

Eckardt-Lühe: Höhenwindmessungen — X. Forschungsfahrl der D. Seewarte 
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nach Richtung und Stärke ist im Falle ihrer größeren Mächtigkeit — südliche Breite 9 bis 19 0 —- größer als bei der 
dünneren Schicht in der nördlicheren Breite. Daraus ergibt sich ein weiterer indirekter Beweis für die Richtigkeit 
der Reibungstheorie, nämlich: Die Stärke der hohen Westströmung, die nach den skalaren Mitteln von 5000 m 
ab in den niedrigsten, hier behandelten Breiten ziemlich erheblich gegen die in den höheren Breiten zurückbleibt ■— 
was bekanntlich nach Hadley der Wirkung des Rotationsmomentes der Erdbewegung zuzuschreiben ist — reicht 
trotz der größeren Neigung zur Antipassatbildung in diesen Gegenden nicht aus, in der stärkeren Zwischen 
schicht stetigere Strömungen zu bewirken. Die hier gefundene Dicke der Zwischenschicht in den niedrigsten 
Breiten weicht ziemlich ab von dem Befunde von Sverdrup (S. 35), steht aber im Einklang mit den vorstehenden 
Ausführungen betreffs einfacher Welle der Höhenverschiebung des Passates im Winter. 
Andererseits steht die Reibungstiefe der untersten Kilometer zweifellos nach Wegener-Kuhlbrodt (S. 35) 
mit der Bildung der Passatcumuli in Zusammenhang. Diese Reibung ist bei allen in Frage kommenden Auf 
stiegen (Nr. 4 bis 35) in stärkeren Winddrehungen zu erkennen und liegt meist bei 500 bis 1000 m, nur selten 
etwas höher. Die Winddrehung in 500 m läßt sich bei den Aufstiegen 4 und 5 sehr gut mit der auf der Fahrt nach 
La Laguna in 500 m festgestellten Wolkenschicht in Verbindung bringen. An dem nächsten Tage sind bei Auf 
stieg 6 wieder Cumuli, also sicher in gleicher Höhe. Dasselbe läßt sich auf der Rückfahrt bei dem Aufstieg 29 fcst- 
stellen, wo auch wieder die Berggipfel hinter Cumuli verschwanden, deren Höhe auf etwa 500 m geschätzt wurden. 
Am nächsten Tage wurde die Cumulusdecke in 1400 m bei gleichzeitiger Umkehrung des Drehsinnes der Wind 
richtung aus Rechts- in Linksdrehung durchstoßen, also steigt diese Schicht nach See zu ziemlich an. Am 12. Fe 
bruar zeigt eine scharfe Inversion in 1500 m die Schicht der Stratocumuli an. Am 30. Januar war vor Freetown 
leichte Neigung zu Cumulusbildung, worauf der Windsprung in 500 m hindeutet. (Siehe hierzu W. Ernst, H. Seilkopf, 
Meteorologische Beobachtungen des Las Palmas-Fluges, Archiv der Seewarte 48, Band Nr. 4, Seite 21, Absatz 3.) 
An weiteren Wolkenhöhen wurden festgestellt: Am 10. Februar in 27 0 , 3N astr in 3500 m. In den höheren 
Breiten 34 0 und nördlich davon am 13. streu in 900 m, am 14. streu in 700 m, dieselbe Schichtgrenze wurde am 
Nachmittag desselben Tages durch eine starke Dunstschicht bestimmt, in der der Ballon verschwand. Am 15. 
war frstr in 1600 m, am 16. Februar streu in 1200 m. Wolken-,,Etagen“ konnten nicht festgestellt werden, da diese 
wenigen Beobachtungen hierzu nicht ausreichten. Die Fahrt fand im überwiegenden Teil bei wolkenlosem Him 
mel statt. 
Tabelle VI. 
Skalarmittel der Strömungsgeschwindigkeiten. 
Gruppe 
km 
33—44° 
Mittel 
20—32“ 
9—19° 
33—44° 
Maxima 
20—32° 
9—19“ 
9—10 
(14,2) 
(25,2) 
20,0 
270 
8—9 
21,6 
19,2 
27,4 
21,0 
7—8 
15,2 
14,4 
20,0 
17,8 
6—7 
11,8 
10,9 
16,0 
13,2 
0—6 
8,6 
8,6 
9,9 
10,5 
4—5 
7,1 
7,2 
12,6 
7,2 
3—4 
5,8 
6,5 
10,3 
11,8 
2,5—3 
5,5 
5,2 
10,0 
10,0 
2—2,5 
(11.1) 
6,1 
4,4 
(9,5) 
10,0 
11,8 
1,5—2 
8,6* 
5,3 
4,1* 
(7.0) 
8,4 
9,6 
1—1,5 
10,4 
5,1* 
5,5 
(10.1) 
10,2 
14,2 
0,5—1 
9,5 
6,2 
7,4 
11,4 
12,8 
17,8 
0—0,5 
9,4 
7,3 
7,7 
14,0 
15,0 
18,0 
Boden 
7,8* 
8,1 
5,6 
13,0 
13,0 
10,0 
Dunstschichten wurden außerdem angeschnitten am 29. Januar nordwestlich Freetown in 2100 m, am 3. Fe 
bruar vor Bissao in 9000 m (Aufstieg 16), am 5. Februar mit Aufstieg 19 in 3500 m. 
Sonst war in den niedrigen Breiten die Sicht im allgemeinen mindestens gut; in den höheren Breiten war 
am 15. und 17. die Sicht teilweise unter 10 km durch Regenschauer herabgesetzt. Nebel bestand am 23. Januar 
an der spanischen Küste als Aufgleitnebel an der Grenze des sich verschiebenden Warmluftkörpers nach dem 
kalten spanischen Hinterland zu; mit weiterem Vorrücken des tiefen Druckes verschwand der Nebel daher über 
Tag. Gegen Abend trat, durch Ausstrahlungswirkung verstärkt, erneut Nebel ein. Des weiteren wurde auf der
	        
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