Kleinere Mitteilungen,
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eine Dicke von 30 Fuß gehabt haben, 995 „soll‘““ der Frost im Juli eingesetzt haben
u. a.'m. Ferner, wenn gemeldet wurde, daß man von Land aus nur Eis sehen könne,
wird berichtet: ‚Die Ostsee war zugefroren‘‘, wobei unter Ostsee nur ein bestimmter
Teil, z. B. das Meer bei den Inseln, verstanden wurde. Aber auch aus neuester Zeit
werden Beispiele angeführt, daß Zeitungen berichtet haben (1909 und 1912), daß
ein lebhafter Fußgängerverkehr über irgendeinen Meeresarm stattfände, während
sich bei näherer Untersuchung herausstellte, daß in Wirklichkeit ein oder zwei Leute
den Weg über das Eis gewagt hatten. Hierzu kommt, daß die Benennung der ver-
schiedenen Meeresgebiete in früheren Jahren nicht eindeutig oder nicht mit den
heutigen Bezeichnungen übereinstimmend gewesen ist, so daß Speerschneider
zu dem Schluß kommt, die Bezeichnung „Skagerrak zugefroren‘“ bedeute nur, das
Kattegatt sei voll Eis gewesen, ferner beziehen sich die meisten Berichte von der
eiserfüllten Ostsee nur auf die Belte und den Sund. Auch die Karten sind im Mittel-
alter noch so schlecht gewesen, daß alle Berichte über die Eisverhältnisse bestimmter
Gebiete vor Olaus Magnus Karte (1539) mit großer Vorsicht aufzunehmen sind.
Schließlich sei noch erwähnt, daß sich häufig infolge Schreib- oder Druckfehler
für ein. und dasselbe Ereignis verschiedene Jahre angeführt finden und daß, da
sich der Winter auf zwei Jahre verteilt, oft beide Jahreszahlen angeführt werden,
so daß der Eindruck entsteht, als ob auf einen schweren Winter dann noch ein
zweiter schwerer Winter gefolgt sei.
Alle diese in früheren Jahrhunderten auftretenden Ungenauigkeiten, Unzu-
verlässigkeiten und Übertreibungen machen einen Vergleich über die Eisverhältnisse
zwischen früher und jetzt schwierig. Erst seit 1760 finden sich für jedes Jahr Berichte
über die Eisverhältnisse, vor 1760 ist in den Berichten naturgemäß eher Mitteilung
über vorhandenes Eis zu finden als die Feststellung, daß die Gewässer eisfrei
gewesen sind.
Speerschneider macht verschiedene Versuche, die Ergebnisse seiner
Untersuchungen in Tabellenform zusammenzustellen — aus allen diesen Tabellen
geht hervor, daß die Annahme, in früheren Zeiten seien die Eisverhältnisse der
dänischen Gewässer ungünstiger gewesen als zur Jetztzeit, keine Wahrscheinlichkeit
für sich hat. Vielmehr spricht alles dafür; daß in früheren Zeiten der Anfang und
das Ende der Eisbildung zu denselben Terminen im Durchschnitt stattgefunden
hat wie im letzten Jahrhundert. Folgende kleine Tabelle, von Speerschneider
zusammengestellt. möge dies erläutern.
Zeitraum
1296 bis 1546 (für das Fahrwasser) .
1583 « 1595 (« den Sund). ...
1619 « 1674 (« das Fahrwasser)
1700 « 1750 | - \
1296 bis 1750.
1763 « 1860.
1893 « 1914.
Anzahl
der Jahre
mit Berichten
Dauer des Eises
Zahl
der Tage
49
49
76
51
21 etwa 25./1. bis etwa” ./3. etwa 56
98 « 25./1. « « 19/3. 54
8 « 23./1. « « 9/3. 45
Die mittlere Dauer des Eisvorkommens vor dem ‚Jahre 1750 ist ziemlich
die gleiche wie für den Zeitraum von 1763 bis 1860, für den befriedigende Daten
aus allen Jahren vorliegen. Für den Zeitraum 1893 bis 1914 ist zu berücksichtigen,
daß die Winter ziemlich mild gewesen sind, und daß die Steigerung des Dampfer-
verkehrs hier sich für die Eisdauer vermindernd geltend macht. Eine stärkere und
regional weiter ausgedehnte Eisbedeckung der Ostsee in früheren Jahrhunderten
würde sich aber sicher auch in der Dauer des Eisvorkommens ausprägen, so daß
die Gleichheit der Eisdauer in verschiedenen Jahrhunderten zu dem Schluß führt,
daß auch die Eisverhältnisse selbst in früheren Jahrhunderten von gleicher Intensität
wie zur Jetztzeit gewesen sind. Sehr wertvoll ist für die Beurteilung der ganzen
Frage, daß Speerschneider alle Originalberichte,*) die ihm über das Eisvorkommen
in früheren Jahrhunderten zugänglich geworden sind, veröffentlicht (und keine
}
Soweit es der Raum gestattet.