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Full text: 49, 1930/1931

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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte. — 49. Ltd. Nr. 3. 
Diese lauten 
(««-ft*) («*-fty) 
(£«“£*) (Syi-Sy) 
35 = +9« = &ß + »/i = % + ty' 
Die letztere, ist mit Hilfe der Gleichung 3 1. c. noch etwas umgeformt worden. 
Man bestimmt zunächst $ß bzw. ®ß—Sy durch eine Dreieckszeichnung. In einem Windrosen 
blatte trägt man vom Mittelpunkt aus die Kursrichtungen 122° und 169° ab und gibt den Strahlen die 
Länge des in einer Sekunde vom Schilf zurückgelegten Weges, m/sec werden hierbei durch cm darge 
stellt. In unserem Beispiel lief das Schiff 8 Seemeilen in der Stunde, also 4,12 m/sec. Dementsprechend 
wurden 4,12 cm auf den Kursrichtungen abgetragen. Die Verbindungslinie der Strahlenendpunkte in cm 
ausgemessen ergibt dann den Wert: $ (< —§iß = 3,30 m/sec. Siehe Taf.l2,Fig.3. In der gleichen Weise verfährt 
man, um den Wert 2«—Xß bzw. Xß-Xy zu ermitteln. In der Richtung 263 c und 261° vom Mittelpunkt der 
Rose aus trägt man % a — 1,43 und Xß — 1,92 bzw. Xy = 1,45 und Xß — 1,92 cm ab. Die Verbindungslinie 
der Strahlenendpunkte ergibt den Wert 2«—Xß ==0,52 und Xß—2^=0,49cm. (Für diese Dreieckskonstruk 
tion mußte in Fig. 3 der zehnfache Maßstab gewählt werden, da sons' die Zeichnung für die Aus 
messung zu klein ausgefallen wäre.) 
Aus der obigen Formel für H findet man nun die Wolkenhöhe zu 6,35 bzw. 7,75, also im Mittel zu 
6,54 km. Die scheinbaren Wolkengeschwindigkeiten lassen sich jetzt durch Multiplakation von 2«, Xß 
und 2y mit dem Mittelwerte von II wie folgt bestimmen: 
=9,43, Mß =12,61, \)y =9,62 m/sec. 
Aus der zweiten Formel gewinnt man schließlich durch ein paar weitere Dreieckszeichnungen den ab 
soluten Wolkenzug. Man trägt auf der Richtung 263° die Länge u« = 9,43 cm vom Mittelpunkt der Rose, 
desgleichen in der Kursrichtung 122° die Kursgeschwindigkeit $ ß =:4,12cm ab. Die Verbindungslinie 
der Strahlen ergibt nach Richtung und Länge die gesuchte absolute Wolkenzugrichtung und -geschwin- 
digkeit zu 276° 12,93 m/sec. Durch Verwendung der Stücke Vß 7 Slß ; ty, $ty in gleicher Weise gewinnt 
man noch zwei weitere Werte für 35, nämlich 279° 13,48 m/sec und 275° 13,16 m/sec. Das Mittel aus diesen 
drei Werten darf als der wahrscheinlichste angesehen werden. 
Die absolute Wolkenzugrichtung und -geschwindigkeit wird demnach durch den Wert 277° 13,2 m/sec 
am besten wiedergegeben. 
Das Beispiel zeigt, wie sich die Messung bei der Auswertung selbst kontrolliert. Größere Ab 
weichungen zwischen den beiden ermittelten Werten von H und den 3 Werten von 35 würden auf fehler 
hafte oder zu ungenaue Beobachtung schließen lassen, und die Messung wäre dann zu verwerfen. 
Während der im Beispiel angeführten Messung wurde die Wolkenhöhe sechs Mal nacheinander mit dem 
Basisgerät bestimmt. Die so erhaltenen Werte für H waren: 6350, 6510, 6600, 6700, 6380, 6150 m. Im 
Mittel wurde demnach mittels Entfernungsmessers die Höhe 6,43 km festgestellt. Die Übereinstimmung 
mit der Dunkelkammermethode erscheint in Anbetracht der Schwierigkeit von Bordmessungen an sich 
hinreichend genau. Während der Expedition ließen sich drei solcher absoluter Wolkenmessungen nach 
der Dunkelkammermethode durchführen. Eine höhere Zahl solcher Messungen war während dieser Reise 
nicht zu erhalten, weil bei günstigem Wetter auch meistens Pilotaufstiege stattfinden, die eine Kursände 
rung verboten. Auch sonstige dienstliche Verhältnisse an Bord gaben zuweilen dazu Anlaß, von Kurs 
änderungen Abstand zu nehmen. In solchen Fällen wurde nach Möglichkeit die Wolkenhöhe mit dem 
Basisgerät bestimmt, während gleichzeitig mittels des Dunkelkammergeräts die scheinbare Tangensge 
schwindigkeit des Wolkenzuges ermittelt wurde. Honst mußte die Wolkenhöhe geschätzt werden. Die 
Berechnung des absoluten Wolkenzuges erfolgte dann weiter nach den Formeln: p = H 2 und 
iß = $ + ö nach der im obigen Beispiel erläuterten Art.
	        
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