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Volltext : 47, 1920-1925 (1929)

Aerologische  u.  Hydrographische  Beobacht,  der  deutsch.  Marinestot.  währ.  d.  Kriegszeit  1914  1918.  —1925.  Heft  2,

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wurde.  Die  Riehtung'sangaben  -erwiesen  «ich  daher  als  unbrauchbar.  Nachdem  außerdem  ein  Strommesser ­
  infolge  zu  starker  Belastung  verloren  gegangen  war,  wurde  auf  die  Beobachtung  der  Stromrichtung ­
  ganz  verzichtet.  Dies  konnte  auch  ohne  große  Bedenken  geschehen,  weil  der  Strom  jedenfalls ­
  an  der  Oberfläche  parallel  der  Stromrinne  lief.  Auf  die  Untersuchung  von  Einzelheiten,  wie  des
Drehungssinnes  vom  Flut-  zum  Ebbstrom  usw.  mußte,  von  der  Oberfläche  abgesehen,  verzichtet
werden.  Die  Strombeobachtungen  beschränkten  sich  also  fast  ganz  auf  das  hier  für  die  Schiffahrt  wichtigste ­
  Element,  die  Stromgeschwindigkeit.  Die  zunächst  vorhandenen  Bedenken,  ob  diese  auch  bei
größeren  Geschwindigkeiten  trotz  nicht  immer  völlig  vertikaler  Lage  des  Propellers  hinreichend  genau
sein  würden,  wurden  durch  Vergleichsmessungen  mit  dem  Reelingslogg  zerstreut,  die  bei  den  in  der
Oberfläche  angestellten  Parallelbeobachtungen  völlige  Uebereinstimmung  ergaben,  so  daß  die  Beobachtungen ­
  der  Stromgeschwindigkeit  jedenfalls  innerhalb  der  Genauigkeit  der  Reelingsloggmethode  genau ­
  sind.  —  Die  Messungen  mit  dem  Strommesser  wurden  fortlaufend  nacheinander  an  der  Oberfläche,
in  einer  Mitteltiefe  und  1  m  über  dem  Grunde  durchgeführt,  so  daß  nach  Ablauf  etwa  einer  halben
Stunde  jeweils  die  neue  Serie  begann.  Bei  der  letzten,  der  dritten  Reihe,  wurde  nur  an  der  Oberfläche
und  1  m  über  dem  Boden  beobachtet.
Außerdem  wurde  neben  der  Feststellung  von  Windrichtung  und  -stärke  jede  halbe  Stunde  Wasser
von  der  Oberfläche  genommen  und  mit  der  Meyer’sehen  Schöpfflasche  1  m  über  dem  Grunde  zur  Temperaturmessung ­
  und  Gewinnung  von  Wasserproben  zur  späteren  Salzgehaltsbestimmung.  Die  Titrationen ­
  wurden  vom  Verfasser  in  einem  in  Antwerpen  eingerichteten  kleinen  Laboratorium  ausgeführt.
Die  Bearbeitung  des  Materials  erfolgte  in  folgender  Weise:  Die  einzelnen  Werte  für
Stromgeschwindigkeit,  Salzgehalt  und  Temperatur  wurden  auf  Millimeterpapier  eingetragen  und,  wie  aus
den  auf  Tafel  5  dargestellten  ausgewählten  Beispielen  ersichtlich  ist,  durch  Gerade  verbunden.  Hierbei ­
  wurden  Ebb-  und  Flutstrom  von  einer  Nullinie  aus  nach  entgegengesetzter  Richtung  abgetragen,  so
daß  die  Geschwindigkeitskurve  beim  Uebergang  vom  Flut-  zum  Ebbstrom  und  umgekehrt  durch  die  Nulllinie ­
  hindurchging.  Den  Kurven  wurden  die  Werte  für  die  gesamte  Dauer  des  Flut-  oder  Ebbstroms
zwischen  den  aufeinanderfolgenden  Durchgängen  durch  die  Nullinie  entnommen,  ebenso  auch  die  Dauer
des  über  V>  Sm/stde  starken  Flut-  oder  Ebbstroms.  Durch  planimetrische  Ausmessung  wurde  weiter
die  mittlere  Geschwindigkeit  des  Flut-  bzw.  Ebbstromes  festgestellt  und  ebenso  der  mittlere  Salzgehalt.
Aus  der  Dauer  der  einzelnen  Tidenströme  und  ihrer  mittleren  Geschwindigkeit  wurden  die  Wassermengen
abgeleitet,  die  an  dem  Beobachtungspunkte  während  der  ganzen  Dauer  des  Stromes  durch  die  Flächeneinheit ­
  des  Querschnitts  hindurchverfrachtet  wurden,  ebenso  auch  unter  Benutzung  des  mittleren  Salzgehalts ­
  die  hierdurchgeführte  Menge  Meerwasser  unter  der  Annahme,  daß  das  reine  Meerwasser  einen
Salzgehalt  von  Bo 0 /»»  besitzt.  Bei  dieser  letzteren  Rechnung  wurde  nicht  wie  sonst  überall  im  folgenden
der  tatsächlich  festgestellte  Salzgehalt,  sondern  der  Wert  S'  ‘)  zugrunde  geleigt.  Um  S'  ableiten  zu
können,  wurden  oberhalb  Antwerpens  bei  Ternsche  Wasserproben  genommen,  aus  deren  Analyse  hervorging, ­
  daß  aus  dem  Halogengehalt  des  vom  Meere  unbeeinflußten  Scheldewassers  ein  Salzgehalt  von
0.08  °/oo  abzuleiten  ist.  Die  Werte  S'  wurden  dann  durch  Verkleinerung  der  tatsächlichen  Salzgehalte
um  0.08  °/oo  gewonnen.  Sie  wurden  aber  nur  als  Zwischen  werte  abgeleitet.  Die  Werte  in  den  Tabellen ­
  sind  die  durch  Titration  gewonnenen  tatsächlichen  Salzgehalte.  Die  aus  den  Beobachtungsreihen
abgeleiteten  Ergebnisse  sind  in  den  Tabellen  26—28  zusammengestellt.
2.  Beobachtungsreihe  auf  der  Schelde  bei  Austruweel  unterhalb  von  Antwerpen  vom  31.  Juli  bis
16.  August  1917,  bei  Ternsche  am  16/17.  August  und  bei  Lillo  am  19.  August  1917.
Als  erster  Beobachtungsort  (Position  1)  wurde  ein  im  Stromstrich  gelegener  Punkt  auf  der  Schelde
unterhalb  von  Antwerpen  gewählt,  genauer  1500  m  unterhalb  der  Kattendyk-Schleuse  und  170  m  querab
vom  Deich  des  rechten  Flußufers.  Die  Position  ist  auf  Figur  7  verzeichnet.  Die  auf  der  Karte  ange-*)
  vergl.  Martin  Knudsen,  Über  die  Bestimmung  von  S‘,  Meersalzgehalt  des  Brackwassers.  Publications  de
cireonstauce  Nr.  56.  Kopenhagen  1911.
            
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