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Volltext : 47, 1920-1925 (1929)

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Prof.  Dr.  B.  S  o  li  u  1  z:  Die  Gezeiten  an  der  flandrischen  Küste  und  auf  der  unteren  Schelde.

Die  Bevorzugung  des  Mondalters  bei  der  Betrachtung  der  periodischen  Änderungen
der  Grundwerte  und  der  Tidenkurven  ist  durch  den  überragenden  Einfluß  der  M 2 -  und  S 2 -Tide  begründet ­
  (AMa  =  1.8.  m,  AS 2  =  0.5  m),  die  alle  anderen  Tiden  weit  übertreffen,  was  u.  a.  auch  in  der
Größe  des  Ausdrucks  ^  /*  hervortritt 1 ),  für  den  sich  in  Ostende  bei  Benutzung  der  Ergebnisse
Ma  +  fc>a
der  erwähnten  Hessen’schen  harmonischen  Analyse  der  bemerkenswert  niedrige  Wert  von  0.06  ergibt.

2.  Die  Grundwerte  der  Gezeitenerscheinung  und  ihre  Abhängigkeit  vom  Mondalter.
Als  Grundwerte  der  Gezeitenerscheinung  wurden  angesehen  1)  Mondflutintervall,  2)  Dauer  des
Steigens  und  Fallens,  3)  Höhe  des  Hoch-  und  Niedrigwassers  sowie  der  Tidenhub.  Die  abgeleiteten
Mittelwerte  für  die  Jahre  1915/16,  1916/17,  1917/18  gelten  jeweils  für  den  Zeitraum  vom  1.  Oktober  bis
30.  September.

a)  Das  Mondflutintervall.
Das  Mondflutintervall  wurde  berechnet  als  Differenz  zwischen  den  Zeiten  des  Eintritts  von  Hoohwasser
  und  dem  nächstgelegenen  Meridiandurchgang  des  Mondes.  Die  astronomischen  Daten  wurden
den  Gezeitentafeln  entnommen  und  nach  Anbringung  der  durch  die  geographische  Lage  von  Ostende
und  Zeebrügge  sowie  durch  die  benutzte  Zeitart  bedingten  Korrektionen  benutzt.  Die  für  die  einzelnen
Jahre  1915/16,  1916/17,  1917/18  und  für  den  Gesamtzeitraum  1915/18  gefundenen  Mittelwerte  sind  nach
Mondaltern  getrennt  in  Tabelle  1  angegeben.
Tabelle  1
a.  Mittlere  Mondflutintervalle  von  Ostende  und  Zeehrügge.
(in  Minuten)
1.  Ostende.

Mondalter:

0

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

11

12

13

Gesamtmittel


1915—1916

+  19.9

+  3.0

—10.2

—26.6

—36.5

—44.3

—49.0

-46.2

—28.0

+  4.0

+  30.0

+  41,5

+  37.5

—  31.3

-5.2

1916—1917

+  23.4

+  7.0

—  9.0

—19.4

—32.1

—39.0

—45.0

—40.2

—21.8

+  7.4

+  28.4

+  42.0

+  37.7

+  31.4

—2.1

1917—1918

+  16.2

+  3.9

—10.1

—27.3

—35.8

—41.5

—43.2

—43.5

—28.4

+  0.5

+  29.1

+  37.6

+  35.2

+  26.0

—5.8

1915—1918

+  19.8

4  4.6

—  9.8

—24.4

—34.8

—41.6

—45.7

—43.3

—26.1

+  4.0

+  29.2

+  40.4

+  36.8

+  29.6

—4.4

2.

Zeebrügge.

1915—1916

+  36.0

+  22.4

+  8.8

-3.0

—16.5

—27.3

—34.3

—32.0

—14.7

+  12.8

+  40.8

+  54.6

+  50.5

+  44.3

+  10.1

1916—1917

+  36.1

;  26.5

+14.0

—1.4

—14.2

—25.0

—33.4

—32.7

—14.4

+  14.0

+  39.6

+  52.9

+  50.6

+  47.7

+  11.4

1917—1918

+  42.9

+  26.7

+16.2

+  1.7

—10.6

—20.1

—27.1

—22.8

—  9.2

+  17.5

+  46.0

+  57.1

-r  50.4

+  46.7

+  15.4

1915—1918

+  38.3

+  25.2

+  13.0

—0.9

—13.8

—24.1

—31.0

—29.2

—12.8

+  14.8

+  42.1

+  54.9

+  50.5

+  46.2

+  12.3

b.  Mittlere  halbmonatliche  Ungleichheit  der  Mondflutintervalle  1915/1918.
(in  Minuten)

1.  Ostende:

+  24.2

+  9.0

—5.4

—20.0

—30.4

—37  2

—41.3

-38.9

—21.7

+  8.4

+  33.6

+  44.8

+  41.2

+  34.0

2.  Zeebrügge:

+  26.0

+  12.9

+  0.7

—13.2

—26.1

—36.5

—43.9

—41.5

—25.1

+  2.5

+  29.8

+  42.6

+  38.2

+  33.9

3.  Ostende  minus
Zeebrügge:

—  2.0

—  3.9

—6.1

—  6.8

—  4.3

—  0.7

+  2.6

+  2.6

+  3.4

+  5.9

+  3.8

+  2.2

+  3.0

+  0.1

Im  Gesamtmittel  ist  das  Mondflutintervall  in  Ostende  —4.4  min,  in  Zeebrügge  +12.3  min,  das
Hochwasser  findet  demnach  in  Zeebrügge  16.7  min,  also  etwas  über  eine  Viertelstunde  später  als  in

)  vergl.  O.  Krümmel,  Handbuch  der  Ozeanographie  II.  Band.  Stuttgart  1911,  S,  266,
            
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