P. Hcidke: Erfolg: und Güte örtlicher Vorhersagen im täglichen Wetterdienst.
Bl
Für alle meteorologischen Faktoren erhalte nun 222, und m„ die entsprechende Bedeutung wie in
Abschnitt 3 a dieser Arbeit; dann ist stets m 4- m —h
m,
Betrachten wir zunächst nur die unter Ziffer A bis C fallenden meteorologischen Faktoren, deren
Verlauf durch die Figur 2 darstellbar sei, wobei deren Punkte A und D je nach der Wahl des meteoro
logischen Faktors bestimmten oder unbestimmten Werten entsprechen. Dann kann zur Berech
nung von m 1 und m, die Feststellung benutzt werden, zu welchem Bruchteil (m.,) ein zwischen B und C
fallendes Ereignis auf die zwischen A und B fallenden Ereignisse, und zu welchem Bruchteil (??!,) es
auf die zwischen C und D fallenden Ereignisse zu verteilen ist; oder was dasselbe ist, zu welchem Bruch
teil (77?,) der Wert v auf tt», und zu welchem Bruchteil (tt?,) er auf u zu verteilen ist.
Ohne weiteres leuchtet ein, daß m 1 =m 2 — l A werden muß für die unter Ziffer A angeführten
meteorologischen Faktoren, falls U — w ist; ferner für alle unter Ziffer C angeführten meteorologischen
Faktoren, da man die beiden unbestimmten Werte u und w mindestens im allgemeinen als einander
gleich wird behandeln müssen. Dieser Forderung müssen die durch u, v und w auszudrückenden Werte
von tt?, und m 2 unbedingt genügen.
Es sei E die Mitte von AB, F die Mitte von BC, G die Mitte von CD. Dann ist entsprechend
einer Reihe sonstiger physikalischer Festsetzungen zunächst naheliegend die Bestimmung
tt?, : 772, = FE : FG = (tt + v): (v + w).
Da 772, -f- 772j — 1 ist, SO folgt
<.16) ... .722, =
27 + V
27 + 217 + 275
27+27»
m 2 ~
27 + 227 + 177
Diese Festsetzung ergibt stets tti, = 34 und m z ~/ für u~w; zu einem unmöglichen Er
gebnis führt sie aber in folgendem Fall: Gemäß der Zusammenstellung No. 3 auf Seite 40 dieser
Arbeit sind die Niederschlagstage eingeteilt in solche 1. mit keinen oder leichten Niederschlägen, —
2. mit schwachen oder mäßigen Niederschlägen, — 3. mit starken Niederschlägen. — Die Reihen II
und III der Zusammenstellung No. 3 geben die oberen Grenzen für die Tage mit leichten und mit
mäßigen Niederschlägen; die Reihe VI den angenommenen Mindestbetrag des zugehörigen absoluten
24-stündigen Höchstwertes des Niederschlags; die Werte ft, der Reihe VIII den Bruchteil, zu welchem bei
Verwendung der Formel (16) die Tage mit schwachen und mäßigen Niederschlägen als solche mit starken
Niederschlägen zu rechnen sind. Die Tage mit schwachen und mäßigen Niederschlägen wären hiernach
je nach der normalen Niederschlagshöhe (10818 bzw. < 100 mm) nur mit dem Bruchteil 0.024 = etwa
1 /m bis 0.145 = etwa '1- Tage starken Niederschlages und zu etwa “/« bis *7? Tage leichten Niederschlages.
Nach meinem Wahrscheinlichkeitsgefühl’) ist der Bruchteil V»? bis V? für die Tage mit
Niederschlag als solche starken Niederschlages erheblich zu niedrig. Bei + = 1/t2 wird die Zwischen
stufe BC nahezu ganz zur unteren Stufe AB geschlagen, was mir verfehlt erscheint. Demnach ist die
zu diesem Ergebnis führende Bestimmung 772, : tt?, = (u + u) : (v + tt») unzulässig. Es muß daher eine
andere aufgestellt werden.
Zulässig erscheint als solche: 772, = K (m\ + tt?",) und m., = % (77?' 2 + tt?",). Dabei ist
772', : 772', S= FB : FC — 1
77?", : m"., = FA : FD = (2tt + 1»): (v + 2tt7).
Da nun m', + m’ 2 = 1 und m'\ + m”, = 1 zu setzen ist, so folgt m\ — l A; m',, = %;
2tt +1» 1» + 2it»
tt?", = ; tt?", “ ; also
2 (T2 + 27 + 227) 2 (12 + 17 + 277)
8lT + 2V + 277
(17) . . . 772,-
4 (27 + V + 277)
722,
27 + 227 + 3 227
4 (72 + 2» + 27»)
3 ) Ueber die Berechtigung: des Wahrseheinlichkeitsgefühls vgl. „Koppen“ S. 355, wo er bemerkt „Wenn man
das Wahrscheinlichkeitsgefühl ans der Wissenschaft ausineraen wollte, so würde wenig oder nichts von der Wissen
schaft übrigbleiben.“