accessibility__skip_menu__jump_to_main

Volltext : 41, 1923

Dr.  A.  Schumacher,  Die  Gezeitenströmungen.

15

steht,  gilt  also  als  Kenterzeit.  Dieser  Zeitpunkt  braucht  übrigens  (besonders  bei  der  Betrachtung  von
Einzeltiden)  durchaus  nicht  etwa  mit  dem  Augenblick  geringster  Stromgeschwindigkeit  zusammenzufallen 1 ).
Die  Kenterzeiten  wurden  (für  jede  Einzeltide  und  Tiefe)  aus  den  Kurven  der  Abszissen  und  Ordinaten
entnommen  als  die  Zeitpunkte,  zu  denen  das  Verhältnis  von  Abszisse  und  Ordinate  gleich  dem  Tangens
der  ,,Kenterrichtung”  (dei f  Senkrechten  zur  Priel-  bezw.  Stromachse)  ist 2 ).  Die  Zuverlässigkeit  dieser  Bestimmung ­
  hängt  von  der  Verläßlichkeit  der  interpolierten  Kurven  der  Abszissen  und  Ordinaten  ab.  Im
ganzen  erschien  aber  dies  Verfahren  zweckmäßiger  als  etwa  die  Bestimmung  der  Kenterzeit  als  Augenblick
geringster  Stromgeschwindigkeit.  Sehr  wertvoll  zur  Nachprüfung  der  gefundenen  Daten  waren  die  Aufzeichnungen ­
  über  das  Stromkentern,  die  von  mehreren  Beobachtern  nach  Sicht  gemacht  worden  sind.
Wegen  der  halbmonatlichen  Ungleichheit  in  Zeit 3 )  würden  die  an  den  verschiedenen  Stationen  gefundenen ­
  Kenterzeiten,  auf  die  Mondkulmination  in  Greenwich  bezogen,  nicht  vergleichbar  sein,  weil  keine
der  Beobachtungsreihen  genügend  lang  ist,  um  eine  „mittlere  oder  verbesserte“  Kenterzeit  abzuleiten.
Es  wurden  daher  die  für  die  einzelnen  Tiden  gefundenen,  zunächst  auf  die  Mondkulmination  in  Greenwich
bezogenen  Kenterzeiten  in  mitteleuropäische  Zeit  umgerechnet  und  1.  an  die  Eintrittszeiten  des  Hochbezw.
  Niedrigwassers  in  Wittdün 4 ),  2.  an  das  Stromkentern  bei  Feuerschiff  „Elbe  I”  angeschlossen.  In
erster  Linie  wurden  dabei  natürlich  die  Eintrittszeiten  des  Ebb-  bezw.  Flutstromes  an  der  Oberfläche
(bei  „Poseidon“  in  5  m,  bei  Tonne  Hoyer  Tief  in  10  m  Tiefe)  benutzt.  Die  Kenterzeiten  in  den  größeren
Tiefen  boten  Anhaltspunkte  für  die  Verläßlichkeit  der  einzelnen  Bestimmungen.  Die  Mittelwerte  aus
den  gefundenen  Einzelabständen  (von  den  Zeiten  für  Wittdün  bezw.  „Elbe  I“)  sind  in  Tabelle  2a  zusammengestellt. ­
  Die  Bezugnahme  auf  die  Kenterzeiten  bei  „Elbe  I“  ermöglicht  die  Einordnung  der  Daten  in  die
übrigen  Gezeitenstromarbeiten  der  Deutschen  Seewürfe;  der  Anschluß  an  Wittdün  Plochwasser  gestattet,
die  gefundenen  Eintrittszeiten  des  Ebbstromes  den  von  H.  Thorade  ermittelten  Hochwasserzeiten  gegenüberzustellen. ­

Tab.  2a.  Abstand  des  Eintritts  von  Ebb-  und  Flutstrom  an  verschiedenen  Punkten  der  Sylter  Gewässer
1.  vom  Hoch-  Ijczw.  Xieilriirwasser  bei  Wittdün
2.  vom  Eintritt  des  Ebb-  bezw.  Flutstromes  beim  Feuerschiff  „Elbe  I“.
(—  früher,  -|-  später).

Auf  55°3'  N.
7°45'  O
(„Poseidon“)

Bei  Tonne
Hoyer  Tief

Bei  Tonne
Pander  Tief

Im
Pander  Tief

Bei  Hörnum
Odde
(„Senta“)

Bei  Tonne
Nösse

Ebb-Flut-





  Flut-Ebb-

  j  Flut-Ebb-





  |  Flut-Ebb-

  |  Flut-Strom



ström

ström

ström

Strom

ström

Sta.

Hi».

Std.  Miw.

Std.  I  Min.

Std.  Min.

Std.lMin.j  Std.

Min.

sta.

Min.

Std.jMin.

Std.

Min.  sta.

Min.

Std.

Min.  Std.

Min.

1.  (Wittdün.)

—i

00

—1  30

+  1  25

+  1  20

+  2  25  +1

35

+  2

05

*
i

+1

20+1

00

+  1

50  —

*

2.  (Elbel-Fseh.)

—0

45

—1  15

+  lj  35

-fl  30

+  2  00  +1

50

+  2

10

+  1,55

+1

3SI  +  1

10

+  1

5ö|  +  l

55

*)  Am  Pegel  Munkmarsch  bezw.  Wittdün  sind  keine  ausreichenden  Daten  vorhanden.

Tab.  2b.  Ungefährer  Zeitunterschied  zwischen  Ortshochwasser  und  Eintritt  des  Ebbstromes.
I  —0  |  10  |  —  |  —  |  +0|  20  |  —  |  —1+0|  50j  —)  —1+0|  50]  —j  ~|  +  1|  20 1  ~i  —1+°|  Ö6|  —|  -
Tab.  2c.  Dauer  des  Ebb-  und  Flutstromes.
I  6  30  5  [55  |  6  |50  |5  ¡35  |  6]50  |  5|35  |  6  50  ]  5  ¡35  |  6  [35  |  5  50  |  6  55  [  5  30

1 )  Vergl.  z.  B.  die  Stromrosen  für  „Poseidon“  (Abb.  3  und  4,  Tafel  1).
2 )  Vergl.  Abb.  1,  Tafel  1.
3 )  IS!ach  den  Vorausberechnungen  der  Kenterzeiten  für  das  Feuerschiff  „Elbe  I“  in  den  Gezeitentafeln  für  1924
(S.  77/78)  beträgt  diese  halbmonatliche  Ungleichheit  134  Stunden.
4 )  Allerdings  unterliegt  auch  der  Zeitunterschied  Kenterzeit  •—  Hochwasser  bezw.  Niedrigwasser  für  benachbarte
Orte  einer  halbmonatlichen  Schwankung.  Der  Abstand  zwischen  den  Kenterzeiten  bei  „Elbe  I“  und  den  Hoch-  und
            
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.