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Full text: 37, 1914

Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte — 1914, Nr. 1. 
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aber ganz geringfügige Strömungen, die für die Navigation nicht in Betracht kamen. Gegen 4 h bedeckte 
sich der Himmel wieder vollständig. Die Lotungen wurden fortgesetzt, bis das Schiff auf eine zum 
Ankern geeignete Tiefe (48 m) kam. Hier wurde die Nacht über geankert 1 ). 
Während der Nacht verhinderte der stetig bedeckte Himmel eine astronomische Bestimmung des 
Ankerplatzes. Am 8. September morgens wurde Mouta Secca Point (nicht Mouta Secca Feuer) ausge 
macht. Dies ergab eine gute Breitenbestimmung für den Ankerplatz, dessen Lage nicht ganz 7s Sm zu 
weit nördlich gegißt war. Um den Platz später der Länge nach bestimmen zu können, wurde eine Boje 
ausgelegt. Gleichzeitig wurde beim Ankeraufgehen des Schiffes die Jolle neben der Boje verankert, 
um Abstandsbestimmungen nach dem Schiff zu machen und bei klarer werdendem Himmel Sonnenhöhen 
zu nehmen. 
Das Schiff lotete — siehe Kontrollinie B und Lotlinien 1, 2, 3 in der genannten Karte — östlich 
der Boje senkrecht zur unterseeischen Rinne nach Kurs und Entfernung und nach Peilung nach der aus 
gelegten Boje. Das Land kam bei diesiger werdendem Wetter aus Sicht. Doch gelang es, den Schiffsort 
durch mehrere Standlinien, deren A h weniger als 0,5 Sm betrug, als richtig festzustellen. 
Am Abend ankerte das Schiff neben der Boje, die im Laufe des Tages astronomisch auch der Länge 
nach festgelegt war. Der Unterschied in der Länge betrug etwa 1,2 Sm. Dieser Unterschied wurde auf 
die Abstände der letzten Lotungen der Kontrollinie A, die nicht mehr astronomisch festgelegt werden 
konnten, verteilt. 
Am 9. Sept. wurden die Lotlinien 4—8 gelaufen und die Lotpositionen wie an den vorhergehenden 
Tagen durch mit dem gegißten Besteck übereinstimmende Standlinien kontrolliert. 
Die Witterungsverhältnisse in diesen Tagen waren für die Lotungen verhältnismäßig sehr günstig. 
Die See war absolut glatt. Es war kein Wind vorhanden, durch den das Schiff vertrieben werden konnte. 
Die Sonne wurde stets in der Nähe der Kulmination, wenn auch nur für kurze Augenblicke, sichtbar 
und gab dadurch die Möglichkeit zur Breitenbestimmung, und an Längenstandlinien mangelte es vor 
allem im Laufe der Nachmittage niemals. Mit einer Stromversetzung brauchte nicht gerechnet zu 
werden, da während der trockenen Jahreszeit am Kongo für die Navigation wirklich fühlbare Strömungen 
in dieser Entfernung von der Mündung nicht vorhanden waren. Die Deviation war neu bestimmt 
worden, und eine Standkontrolle in Borna ergab den für die Navigation nahezu bedeutungslosen 
Unterschied von 1,2 s gegen den errechneten Stand. 
Bei Durchsicht der Arbeitskarte erschien jedoch die Verengung des Strombettes auf 6°4', 2 S.Z 
= 12° 1'8 O. unwahrscheinlich, und eine Kontrolle der östlichen Lotungen durch eine Zickzacklinie wün 
schenswert. Diese wurde beim Auslaufen am 23. Sept, nach einer neuen Deviationsbestimmung ausge 
führt. Die Sichtigkeit gestattete die Festlegung der ersten 4 Lotpositionen durch Landpeilungen nach 
Padron Pt. und Mouta Secca Pt., die mit dem vorhandenen Material S. M. S. „Möwe“ einwandfrei über 
einstimmten. Die erste Lotung 585 m auf Kontrollinie C fiel nahe an englische Tiefenangaben von 29 
bis 142 m. Dieser Abfall dürfte etwas allzu steil sein und die englischen Lotungen wohl V*—7* Sm 
weiter östlich richtiger liegen. Die Prüfung der oben erwähnten Verengung der Talrinne ergab die 
Richtigkeit der ersten Lotungen; es wurden zunächst 204 m und gleich darauf etwas südlich der alten 
128 m Stelle 102 m gelotet (Beginn der Kontrollinie D). Da während der Anwesenheit S. M. S. „Möwe“ 
am Kongo die Regenzeit eingesetzt und heftige Regengüsse gebracht hatte, waren auch die Stromverhält 
nisse andere geworden. Ein WNW-licher Strom von zunächst ca. 2 Sm Stärke wurde nach Landpeilungen 
festgestellt, der weiter ab von der Mündung allmählich auf 1,5 und 1 Sm abnahm. Er war, wie Längen 
standlinien bewiesen, bis zur Beendigung der Lotungen deutlich fühlbar. 
Im Laufe des Nachmittags wurde endlich eine Kontrollinie E entsprechend der Kontrollinie A 
diagonal durch das ausgelotete Gebiet gelegt, die mit dem vorhandenen Material S. M. S. „Möwe“ und 
den westlichen englischen Lotungen übereinstimmende Resultate brachte.» Soweit der Bericht. 
) in 6°7' S-Br. 12°1,4' O-Lg. Mouta Secca Pt. in 107° nnv. 14.5 Sm. Der Platz, ist auf Taf. 2 gekennzeichnet.
	        
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