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Full text: 8, 1885 (1889)

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seitlichen Zufuhr durch die vom Meere herziehenden Wolken zu verdanken sei; diese Aufnahme würde in 
der Weise erfolgen, dass ein Theil des Niederschlags, theils während des Fallens, theils durch Verdunstung 
von der feuchten Oberfläche, aufgenommen wird, zum Theil aber eine direkte Auflösung und Diffusion der 
Wolken eintritt. Angesichts der Jahr für Jahr nahezu gleich wiederkehrenden Feuchtigkeitsverhältnisse 
der Luft und des Bodens und der inzwischen erfolgenden Wasserabfuhr nach dem Meere ist ja eine Wasser 
zufuhr mittelst der Wolken unbedingt nöthig — ob diese aber auch die Luft im Frühjahr zum grössten 
Theil mit Wasser versorgt? Eine Relation, welche auf diese Frage einiges Licht werfen zu können scheint, 
soll im Folgenden mitgetheilt werden. 
Verfasser zerlegte das Jahr wie oben in 4 Quartale durch die Aequinoktialpunkte und die Wendepunkte, 
um in dieser Weise Sommer und Winter in je zwei Theile zu zerlegen, die, abgesehen von der verschiedenen 
Entfernung der Sonne, in Bezug auf letztere kongruent sind: die Berechnung der Quartalswerthe der meteo 
rologischen Elemente liess sich leider nicht streng ausführen, da nach angegebener Weise gerechnet wurde 
— anders berechnete Quartalwerthe gaben nahe das gleiche Resultat. Es wurden so die Niederschlags 
mengen für die Stationen in der Einheit von 5 mm berechnet, welche zunächst mitgetheilt werden sollen, 
um zu zeigen, wie verschieden die Jahres-Summen auf diesen Stationen ausfallen. 
J ab. XVIII. Niederschläge in der Einheit von 5 mm für die Jahreszeiten und das Jahr. 
Melkerei 
Sonnen 
berg 
Karlsberg 
Hollerath 
Lahnhof 
Friedrichs 
rode 
Neumath 
Hagenau 
Kurwien 
Ebers 
walde 
Haders 
leben 
Fritzen 
Schoo 
XII—III 
87.9 
59.6 
37.6 
45.5 
48.9 
27.7 
30.5 
28.5 
20.6 
21.2 
30.o 
18.0 
25.1 
III—VI 
73.1 
48.2 
48.5 
36.7 
41.2 
28.8 
38.0 
39.5 
30.6 
23.7 
25.2 
26.6 
26.3 
VI—IX 
82.8 
89.8 
64.6 
57.2 
66.2 
41.8 
49.3 
50.2 
46.6 
39.7 
50.2 
47.6 
50.5 
IX—XII 
102.8 
81.2 
46.5 
57.o 
66.5 
37.1 
46.8 
41.8 
27.1 
27.2 
46.4 
37.3 
43.3 
Sommer 
155.9 
138.0 
113.1 
93.9 
107.4 
70.6 
87.3 
89.7 
77.2 
63.4 
75.4 
74.2 
76.8 
Winter 
190.7 
140.8 
84.1 
102.5 
115.4 
64.8 
77.3 
70.3 
47.7 
48.4 
76.4 
55.3 
68.4 
Jahr 
346.6 
278 s 
197.2 
196.4 
222.7 
135 4 
164.6 
160.0 
124.9 
111.8 
151.8 
129.5 
145.2 
Höheü. Meer, m 
930 
774 
690 
612 
602 
353 
340 
145 
124 
42 
34 
30 
3 
Setzt man auf jeder Station die Niederschläge des Sommers wie des Winters gleich 100, so erhält 
man folgende Zahlen: 
Tab. XIX. Prozentische Vertheilung der Niederschläge im Sommer und Winter. 
Melkerei 
Sonnen- 
bcrg 
Karls- 
berg 
üolleratli 
Lahnhof 
Fried- 
richsrode 
fieumath 
BateHau 
Kurwien 
Ebers 
walde 
Mittel 
Baders- 
leben 
Fritzen 
Schoo 
Mittel 
Gesammt- 
mittel 
2. Winterhälfte 
46 
42 
45 
44 
42 
43 
40 
41 
43 
44 
43 
40 
33 
37 
37 
41.5 
1. Sommerhälfte 
47 
35 
43 
39 
38 
41 
44 
44 
40 
37 
41 
33 
36 
34 
34 
39 
2. Sommerhälfte 
53 
65 
57 
61 
62 
59 
56 
56 
60 
63 
59 
67 
64 
66 
66 
61 
1. Winterhälfte 
54 
58 
55 
56 
58 
57 
60 
59 
57 
56 
57 
60 
67 
63 
63 
58.5 
VI 
Trotz der so verschiedenen Niederschlagshöhen tritt hier eine gemein 
same Relation auf, dass nämlich prozentisch in der 1. Sommerhälfte die Nieder 
schlagsmengen gegen die 2. Sommerhälfte um ungefähr ebensoviel geringer 
sind als in der 2. Winterhälfte gegen die erste. Diese Verhältnisse haben für 
alle Stationen fast die gleichen Werthe, etwa 42:58, nur Hadersleben, Fritzen 
und Schoo, die der Küste nächsten Stationen, weichen gleichartig ab und haben 
das mittlere Verhältniss 35:65. Nebenstehendes Diagramm giebt ausser den 
mittleren Niederschlags-Prozenten (Tab. XIX) die Durchschnitts-Bewölkungs 
mittel und die durchschnittlichen Aenderungen der absoluten Feuchtigkeit von 
III bis VI u. s. w., um je drei Monate fortschreitend. Abgesehen von einer
	        
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