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seitlichen Zufuhr durch die vom Meere herziehenden Wolken zu verdanken sei; diese Aufnahme würde in
der Weise erfolgen, dass ein Theil des Niederschlags, theils während des Fallens, theils durch Verdunstung
von der feuchten Oberfläche, aufgenommen wird, zum Theil aber eine direkte Auflösung und Diffusion der
Wolken eintritt. Angesichts der Jahr für Jahr nahezu gleich wiederkehrenden Feuchtigkeitsverhältnisse
der Luft und des Bodens und der inzwischen erfolgenden Wasserabfuhr nach dem Meere ist ja eine Wasser
zufuhr mittelst der Wolken unbedingt nöthig — ob diese aber auch die Luft im Frühjahr zum grössten
Theil mit Wasser versorgt? Eine Relation, welche auf diese Frage einiges Licht werfen zu können scheint,
soll im Folgenden mitgetheilt werden.
Verfasser zerlegte das Jahr wie oben in 4 Quartale durch die Aequinoktialpunkte und die Wendepunkte,
um in dieser Weise Sommer und Winter in je zwei Theile zu zerlegen, die, abgesehen von der verschiedenen
Entfernung der Sonne, in Bezug auf letztere kongruent sind: die Berechnung der Quartalswerthe der meteo
rologischen Elemente liess sich leider nicht streng ausführen, da nach angegebener Weise gerechnet wurde
— anders berechnete Quartalwerthe gaben nahe das gleiche Resultat. Es wurden so die Niederschlags
mengen für die Stationen in der Einheit von 5 mm berechnet, welche zunächst mitgetheilt werden sollen,
um zu zeigen, wie verschieden die Jahres-Summen auf diesen Stationen ausfallen.
J ab. XVIII. Niederschläge in der Einheit von 5 mm für die Jahreszeiten und das Jahr.
Melkerei
Sonnen
berg
Karlsberg
Hollerath
Lahnhof
Friedrichs
rode
Neumath
Hagenau
Kurwien
Ebers
walde
Haders
leben
Fritzen
Schoo
XII—III
87.9
59.6
37.6
45.5
48.9
27.7
30.5
28.5
20.6
21.2
30.o
18.0
25.1
III—VI
73.1
48.2
48.5
36.7
41.2
28.8
38.0
39.5
30.6
23.7
25.2
26.6
26.3
VI—IX
82.8
89.8
64.6
57.2
66.2
41.8
49.3
50.2
46.6
39.7
50.2
47.6
50.5
IX—XII
102.8
81.2
46.5
57.o
66.5
37.1
46.8
41.8
27.1
27.2
46.4
37.3
43.3
Sommer
155.9
138.0
113.1
93.9
107.4
70.6
87.3
89.7
77.2
63.4
75.4
74.2
76.8
Winter
190.7
140.8
84.1
102.5
115.4
64.8
77.3
70.3
47.7
48.4
76.4
55.3
68.4
Jahr
346.6
278 s
197.2
196.4
222.7
135 4
164.6
160.0
124.9
111.8
151.8
129.5
145.2
Höheü. Meer, m
930
774
690
612
602
353
340
145
124
42
34
30
3
Setzt man auf jeder Station die Niederschläge des Sommers wie des Winters gleich 100, so erhält
man folgende Zahlen:
Tab. XIX. Prozentische Vertheilung der Niederschläge im Sommer und Winter.
Melkerei
Sonnen-
bcrg
Karls-
berg
üolleratli
Lahnhof
Fried-
richsrode
fieumath
BateHau
Kurwien
Ebers
walde
Mittel
Baders-
leben
Fritzen
Schoo
Mittel
Gesammt-
mittel
2. Winterhälfte
46
42
45
44
42
43
40
41
43
44
43
40
33
37
37
41.5
1. Sommerhälfte
47
35
43
39
38
41
44
44
40
37
41
33
36
34
34
39
2. Sommerhälfte
53
65
57
61
62
59
56
56
60
63
59
67
64
66
66
61
1. Winterhälfte
54
58
55
56
58
57
60
59
57
56
57
60
67
63
63
58.5
VI
Trotz der so verschiedenen Niederschlagshöhen tritt hier eine gemein
same Relation auf, dass nämlich prozentisch in der 1. Sommerhälfte die Nieder
schlagsmengen gegen die 2. Sommerhälfte um ungefähr ebensoviel geringer
sind als in der 2. Winterhälfte gegen die erste. Diese Verhältnisse haben für
alle Stationen fast die gleichen Werthe, etwa 42:58, nur Hadersleben, Fritzen
und Schoo, die der Küste nächsten Stationen, weichen gleichartig ab und haben
das mittlere Verhältniss 35:65. Nebenstehendes Diagramm giebt ausser den
mittleren Niederschlags-Prozenten (Tab. XIX) die Durchschnitts-Bewölkungs
mittel und die durchschnittlichen Aenderungen der absoluten Feuchtigkeit von
III bis VI u. s. w., um je drei Monate fortschreitend. Abgesehen von einer