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Full text: 7, 1884 (7, 1884)

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des Berichts-Jahres traten die Unzuträglichkeiten, welche mit einer Ausgabe von Witterungs-Aussichten 
auf telegraphischem Wege verknüpft waren, immer klarer hervor, so dass sich die Direktion entschliessen 
musste, dem Chef der Admiralität einen Antrag auf Genehmigung der Einstellung der telegraphischen Ueber- 
mittelung von Witterungs-Prognosen an Zeitungen zu unterbreiten. In Folge davon wurde auf Verfügung 
des Chefs der Admiralität die telegraphische Uebersendung von Witterungs-Prognosen an die Tagespresse 
vom 1. Juni au eingestellt. Auf die Ausgabe von Sturm-Warnungen und die Witterungs-Aussichten in den 
autographirten Wetter-Bulletins der Seewarte hatte die hohe Verfügung keinen Einfluss. Es wird auf 
diesen Gegenstand in dem Abschnitte IX dieses Berichtes noch besonders zurückgekommen werden. 
In dem Jahres-Berichte pro 1882 wurde Seite 3 erwähnt, dass von Seiten des Präsidiums der Königl. 
preuss. Gewehr-Prüfungs-Komraission Herr Hauptmann v. Sill ich zur Seewarto kommandirt war, um sich 
in meteorologischen Dingen ausbildeu und namentlich die Beobachtungen der Elemente, welche das spezifische 
Gewicht der atmosphärischen Luft beeinflussen, zum Gegenstände eingehender Uebungen zu machen. Da 
auf Grund der seit jener Zeit gemachten Erfahrungen die Zweckmässigkeit der Errichtung einer meteoro 
logischen Versuchs-Station in Spandau erkannt worden war, so wurden abermals Seitens der Gewehr- 
Priifungs-Kommission zwei Offiziere, die Herren Hauptmann Brinckmann und Premier-Lieutenant Jäger 
schmied im Monate Juli zur Seewarte kommandirt, um die früher durch Herrn Hauptmann v. Sillich auf 
genommenen Studien weiter verfolgen und namentlich die Errichtung einer meteorologischen Versuchs- 
Station, welche nunmehr beschlossene Sache ist, leiten zu können. 
Am 16. Februar starb in Kopenhagen Kapitän N. Hoffmeyer, der verdienstvolle Direktor des Dä 
nischen Meteorologischen Institutes. Die Seewarte verlor durch den Tod dieses vortreftiiehen Mannes einen 
aufrichtigen Freund und in wissenschaftlichen Dingen stets hilfsbereiten Gönner. Wie schwer der Verlust 
Hoffmeyer’s überall da, wo man sich für meteorologische Forschungen interessirt, empfunden wurde, 
bezeigen die zahlreich erschienenen Nekrologe und Nachrufe, welche voll der Anerkennung und Wür 
digung seiner eminenten Verdienste sind. Die Herausgabe der täglichen synoptischen Wetterkarten über 
den Atlantischen Ozean Seitens des Dänischen Meteorologischen Institutes und der Seewarte, wovon das 
erste Quartal (Dezember 1880 bis Februar 1881) kurz vor dem Tode Hoffmeyer’s erschien, war über 
haupt nur möglich in Folge des innigen Zusammen-Arbeiten» Hoffmeyer’s mit den Meteorologen der 
Seewarte. Wenn es einige Zeit nach dem Tode desselben den Anschein hatte, dass die umfangreiche und 
wichtige Arbeit unterbrochen werden müsste, so sind alle Besorgnisse in dieser Hinsicht, Dank dem that- 
kräftigen Eintreten der dänischen Behörden, welchen die Erbschaft Hoffmeyer’s zufiel, zerstreut und 
wurde das gemeinsame Werk in dem Berichts-Jahre rüstig gefördert.*) 
Am 4. Mai starb in Berlin Professor Dr. Georg von Boguslawski, Redakteur der „Annalen für 
Hydrographie und Maritime Meteorologie“, ein Mann, der sich um die Pflege der nautisch-meteorologischen 
und hydrographischen Literatur Deutschlands unvergängliche Verdienste erworben hat. Das wissenschaftliche 
Institut der Seewarte schuldet dem Verstorbenen tief empfundenen Dank für die Hingabe, Gewissenhaftigkeit 
und Sachkunde, mit welcher sich derselbe der schweren Aufgabe der Redaktion der Annalen, die ja auch das 
offizielle Organ derselben sind, gewidmet hat.**) 
In Stuttgart starb am 11. April Professor Hugo von Schoder, Direktor des Meteorologischen 
Instituts für Württemberg und langjähriger treuer Korrespondent der See warte.***) 
Am 24. Mai des Berichts-Jahres starb nach langen schweren Leiden der Telegraphist der Seewarte, 
Premier-Lieutenant d. L. Karl Friedrich Leopold Trantow, der dem Institute seit dem 1. April 1883 
angehört hatte. 
Der persönliche Assistent des Direktors, Herr Dr. E. Liebenthal, schied auf seinen eigenen Wunsch 
am 1. Oktober aus dem Verbände des Institutes. 
2. Wissenschaftliche Konferenzen, welche für die Thütigkeit der Seewarte 
von Bedeutung waren. 
In dem Berichts-Jahre fanden wissenschaftliche Konferenzen, welche von Gelehrten, die ausserhalb des 
Institutes stehen, besucht waren, in Hamburg selbst nicht statt. Dagegen hatte der Direktor der Seewarte 
*) Siehe Nekrolog in „Meteorologische Zeitschrift“, Jahrgang I, Seite 87—8$. 
*•>)„„. .. - . 332—836. 
***) „ > « 170—171.
	        
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