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Full text: 5, 1882

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Art beschäftigten, lässt schon darauf schliessen, dass ein reges wissenschaftliches Leben unter das Personal 
hineingetragen und manche, dem Geschäftskreise des Instituts sonst ferne liegende Versuche ausgeführt 
wurden. 
Das Berichts-Jahr ist auch insoferne von besonderem Interesse, als während desselben der schon seit 
Jahren in Aussicht genommene Lehrkursus für Navigationsschul-Aspiranten eröffnet wurde. Nachdem sieh 
die technische Kommission für Seeschifffahrt zu Gunsten der Einrichtung ausgesprochen hatte und in den 
Vorjahren alle Vorbereitungen getroffen waren, welche für das erfolgreiche Wirken eines solchen Kursus 
erforderlich sind, und namentlich im Etat die Mittel vorgesehen sich befanden, damit das Personal für 
den Unterricht eingestellt werden konnte, wurde am 17. April der Lehrkursus feierlich eröffnet. Zwar war 
damit noch nicht in ein Definitivum eingetreten, indem die Einstellung der Lehrer nicht in der Weise 
erfolgte, dass dafür besondere, von der sonstigen Thätigkeit am Institute unabhängige Positionen geschaffen 
wurden, sondern die sonst beim Institute thätigen und für den Unterricht geeigneten Kräfte gegen eine 
entsprechende Remuneration zur Verwendung gelangten. Allein es konnte in dieser wichtigen Angelegenheit, 
indem man die Entwickelung derselben der Zukunft und den gemachten Erfahrungen überliess, vorgegängen 
und ein Boden für die, durch den Lehrkursus zu propagirenden Ideen geschaffen worden; damit war nach 
der Auffassung der Direktion ein bedeutender Schritt in der rechten Richtung voran geschehen. Wir 
werden an einer anderen Stelle dieses Berichtes die Einzelheiten der Einrichtung, des Besuches und der. 
Thätigkeit des Lehrkursus niederlegen und führen hier nur noch an, dass Herr H. Eylert die Funktion 
als Hauptlehrer an dem Kursus übernahm, indem er zu gleicher Zeit seine Funktion als erster Assistent 
der Abtheilung II beibehielt und’in der letzteren durch eine entsprechende Vertretung gelegentlich unter 
stützt wurde. Als zweiter Lehrer funktionirte der Privatdozent der Universität Göttingen, Herr Dr. Otto 
Krümmel; derselbe übernahm den Unterricht am Lehrkursus über Meteorologie und Hydrographie und 
war gleichzeitig thätig bei der Herausgabe des Segel - Handbuches für den Atlantischen Ozean und als 
persönlicher Assistent des Direktors für den gegen Ende des Jahres aus dieser Stelle ausscheidenden 
Dr. R. Kleemann. 
Im Jahres-Berichte IV wurde hervorgehoben, dass sich der Direktor der Seewarte bemühte, für die 
Reichslande einen meteorologischen Dienst, sowohl für praktische Zwecke, als auch für klimatologische 
Forschung eingerichtet zu erhalten. Nach Vereinbarung mit den Behörden in den Reichslanden und ein 
geholter Genehmigung des Chefs der Admiralität wurde, um den Bestrebungen für die Organisation der 
Meteorologie in Elsass-Lothringen entsprechenden Nachdruck zu geben, Herr Dr. A. Sprung auf 3 Monate 
von seiner Stelle als erster Assistent der Abtheilung III beurlaubt und beauftragt, ..in Strassburg die 
die Organisation der Meteorologie vorbereitenden Arbeiten vorzunehmen, durch Reisen sich über die vor 
handenen einschläglichen Einrichtungen zu orientiren und, auf Grund der gemachten Erhebungen, Vorschläge- 
für Neu-Einrichtungen zu machen. Herr Dr. Sprung schied am 1. Juni aus.seiner Stellung zu bezeichntem 
Zwecke zeitweise aus und kehrte, nach Lösung der ihm gestellten Aufgabe, am 1. September desselben 
Jahres wieder.in dieselbe zurück. Von welchem Erfolge, diese Sendung begleitet war, wird sich in der Folge, 
zeigen; während des Berichts-Jahres geschah seitens der Regierung der Reichslande Nichts, was darauf ab 
zielen konnte, die in dem, von Dr. Sprung eingereichten Thätigkeits-Berichte enthaltenen Vorschläge für 
eine Organisation der Meteorologie zu realisiren. 
Schon seit geraumer Zeit war das Präsidium der Königl. Preussischen Gewehr-Prüfungs-Kommission 
mit dem Direktor der Seewarte darüber in Korrespondenz getreten, in welcher Weise es wohl möglich sich 
erweise, die bei den Schiessversuchen mit Gewehren sich ergebenden Unregelmässigkeiten, Anomalien in 
den Resultaten zu untersuchen und ob es sich möglich zeige, dass die Direktion der Seewarte der Gewehr- 
Prüfungs-Kommission in Untersuchungen dieser Art hülfreiche Hand leiste: In mehreren diesbezüglichen 
Ausarbeitungen wies der Direktor nach, dass sich allerdings eine systematische Untersuchung jener Ano 
malien denken Hesse, dass sich aber dabei ein Erfolg nur erzielen lasse, wenn auf Grund der au einem mit 
selbstregistrirenden meteorologischen Instrumenten ausgestatteten Observatorium erhaltenen Beobachtungen 
mit den einschlägigen Untersuchungen vorgegangen werden würde. Die Folge der verschiedenen, schriftlich 
geführten Unterhandlungen war ein Ansuchen an die Direktion, einen Entwurf für ein solches Observatorium 
auszuarbeiten und ferner die Kommandirung des Herrn Hauptmann von Sillich von der Gewehr-Prüfungs- 
Kommission zur Seewarte, um sich mit den Instrumenten und den Methoden der Untersuchung vertraut 
zu machen. Dieser Kommandirung wurde Folge gegeben während des Monats Juni des Berichts-Jahres. 
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