accessibility__skip_menu__jump_to_main

Volltext : Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte, 2 (1879)

10

Bezeichnen  wir  demnach  die  horizontalen  Komponenten  des  zurückgebliebenen  (remanenten)  Magnetismus ­
  analog  denen  des  permanenten  Magnetismus  mit  p  und  q,  so  würde  man  als  Ausdruck  für  dieselben  in
die  Formel  zu  setzen  haben:

Längsschiffskomponente
Querschiffskomponente

p  1
-  y  5
—  ll
~  X  H"'

■  •••(!)
....(2)

Wie  nun  die  Grösse  der  Längsschiffskomponente  P  im  direkten  Verhältnisse  zu  der  am  Bauorte  des  Schiffes
vorhandenen  Totalintensität  der  erdmagnetischen  Kraft  multiplizirt  mit  dem  eosinus,  Q  im  direkten  Verhältnisse ­
  zur  Totalintensität  multiplizirt  mit  dem  Sinus  des  Baukurses,  £ 0 *),  stehen  wird,  so  werden  wir
auch  p  und  q  proportional  der  an  dem  betreffenden  Orte  der  Induktion  wirkenden  Totalintensität,  multiplizirt ­
  mit  dem  eosinus  respektive  sinus  des  Schiffskurses  oder  vielmehr  des  Winkels  zwischen  der  Lage  der
jeweiligen  Südrichtung  des  magnetischen  Meridianes  nnd  der  Kielrichtung  des  Schiffes  nach  vorn,  setzen
müssen,  wo  der  Steuerbordswinkel  wie  überall  in  den  Formeln  das  Vorzeichen  +  erhält.  Wir  erhalten
also,  wenn  T  die  Totalintensität  und  £j,  den  vorher  gesteuerten  Kurs  des  Schiffes  von  Norden  durch  Osten
herum  gerechnet,  bedeutet:
p  =  —vTcos£p
q  =  +v'  Tsin£ p
wo  v  und  v  Konstanten  sind,  deren  Grösse  von  der  Molekularbeschaffenheit  des  Eisens,  seiner  Vertheilung
um  den  Kompass  und  dem  Aufstellungsorte  des  Kompasses  abhängen.  Diese  Werthe  in  (1)  und  (2)  eingesetzt, ­
  erhalten  wir  als  Ausdruck  für  die  Wirkung  des  remanenten  Magnetismus  auf  den  Kompass  unter  Be-T

rücksichtigung,  dass  —  sec  J  ist

und  es  ist  demnach  jetzt

Längsschiffskomponente  —  —  ^-secJ.costp..
Querschiffskomponente  =  +  ^j-$ecJ.sin£ P .  ■.

....(3)
....(4)
....(5)
....(6)

Die  Koeffizienten  c,  P,  v,  resp.  f,  Q,  v'  enthalten  das  Maass  für  die  drei  Arten,  der  die  halbkreisartige ­
  Deviation  des  Kompasses  hervorrufenden  Kräfte,  die  wir  nach  unserer  Auffassung  jetzt  unterscheiden,
nämlich:
1)  c,  /  die  Koeffizienten  des  flüchtigen  (transienten)  Magnetismus,
Folge  leicht  beweglicher  magnetischer  Moleküle;
2)  P,  Q  die  Koeffizienten  des  dauernden  (permanenten)  Magnetismus,
Folge  festliegender,  nicht  beweglicher  magnetischer  Moleküle;
3)  v,  v'  die  Koeffizienten  des  zurückgebliebenen  (remanenten)  Magnetismus,
Folge  schwer  beweglicher  magnetischer  Moleküle.
Bevor  die  Anwendung  der  Formel  und  die  Berechnung  der  obigen  Koeffizienten  aus  beobachteten
Werthen  von  33  und  ß  möglich  sein  wird,  handelt  es  sich  noch  um  die  Feststellung  von  d.  h.  des  Zeitraumes, ­
  den  das  Schiff  auf  einem  bestimmten  Kurse  gelegen  haben  muss,  damit  ein  Maximum  der  Wirkung,
gleichsam  ein  Sättigungszustand  für  den  nach  der  Sichtung  der  erdmagnetischen  Kraft  durch  gewisse  Erschütterungen ­
  hervorgerufenen  Magnetismus,  sowie  ebenfalls  das  Verschwinden  desselben  nach  Aufhören  der
Kraft,  eintreten  kann.  Diese  Zeit  wird  im  Allgemeinen  je  nach  der  Stärke  der  Erschütterungen,  der
Molekularbeschaffenheit  des  Eisens,  der  Temperatur,  auch  für  dasselbe  Schiff  etwas  verschieden  ausfallen.

*)  Mit  So  bezeichnen  wir  denjenigen  Winkel,  den  die  Kielrichtnng  nach  vorn  mit  der  Südriehtung  des  magnetischen
Meridianes,  während  das  Schiff  auf  Stapel  liegt,  einschliesst.
            
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.