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Volltext : Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte, 2 (1879)

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bezüglichen  Darlegungen,  welche  in  dem  Jahresberichte  1875  bis  78,  Seite  97  und  folgende,  enthalten  sind
imd  wenden  uns  unmittelbar  der  Berichterstattung  über  die  Ausführung  der  Deviations-Arbeiten  an  Bord
eiserner  Schilfe  während  des  Jahres  1879  zu.
a.  Die  Untersuchung  von  eisernen  Schiffen  auf  ihre  Deviationsverhältnisse  hat,  wie
schon  in  der  Einleitung  angedeutet,  im  Laufe  dieses  Jahres  an  Ausdehnung  erheblich  zugenommen.  In  der
Anlage  I  zu  diesem  Berichte  findet  sich  die  Liste  aller  Schiffe,  an  Bord  welcher  Deviationsbestimmnngen
durch  die  Beamten  der  Seewarte  ausgeführt  wurden.  Es  sind  in  derselben  die  Schiffe,  nach  dem  Heimathshafen
  geordnet,  aufgeführt,  und  zwar  sowohl  Dampfer  als  auch  Segelschiffe;  die  letzteren  sind  durch  ein
vorangesetztes  Sternchen  unterschieden.
Auch  in  diesem  Jahre  konnte  die  Thätigkeit  der  Beamten  des  Instituts  nicht  darauf  beschränkt  bleiben,
lediglich  durch  Ausführung  von  Fundamental-Untersuchungen*)  das  Aufstellen  der  Kompasse  an  Bord
korrekter,  als  bisher,  zu  gestalten  und  eine  den  Verhältnissen  durchaus  entsprechende  Kompensation  der
Kompasse,  wo  immer  eine  solche  sich  als  nothwendig  erwies,  zu  ermöglichen.  Vielmehr  musste  das  Eingreifen ­
  in  die  Bestimmung  der  Deviation  zu  Zwecken  der  praktischen  Navigirung  nahezu  in  allen  Fällen,
in  welchen  ein  dahin  zielendes  Ansuchen  von  den  Betheiligten  an  die  Direktion  gerichtet  wurde,  gewährt
werden,  wie  gross  auch  die  damit  verknüpften  Unzuträglichkeiten  waren.  Es  ist  einleuchtend,  dass  der
damit  verknüpfte  Dienst,  welcher  bei  den  noch  mangelnden  Vorrichtungen  zum  Untersuchen  eiserner  Schiffe
im  Hamburger  Halen  die  Nothwendigkeit  einer  Fahrt  mit  den  betreffenden  Schiffen  bis  Brunshausen  in  sich
schloss,  häufig  sehr  störend  auf  den  Fortgang  der  sonstigen  Arbeiten  in  Abtheilung  II  einwirken  musste.
Eine  Beseitigung  der  damit  verknüpften  Uebelstände  war  aus  Gründen,  deren  Darlegung  hier  kaum  einen
Zweck  haben  könnte,  wie  ernstlich  das  Bestreben  der  Direktion  auch  darauf  gerichtet  war,  nicht  zu  erreichen. ­
  Da  weiter  unten  nochmals  auf  die  Nothwendigkeit  der  Erweiterung  der  bereits  vorhandenen  S  chwai-Vorrichtungen
  zurückgekommen  werden  wird,  so  mag  an  dieser  Stelle  der  Gegenstand  damit  seine  Erledigung ­
  finden,  dass  das  ernste  Bestreben  der  Direktion  betont  wird,  die  Reisen  der  Bediensteten  des
Institutes  zu  Zwecken  einer  Deviationsbestimmung  mehr  und  mehr  in  Wegfall  kommen  zu  lassen.  Durchschlagend ­
  wird  dieses  Bestreben  aber  erst  dadurch  gefördert  werden  können,  wenn  die  Offiziere  der  Schiffe
gründlicher  mit  dem  Wesen  der  Deviation  nnd  der  Anstellung  von  diesbezüglichen  Beobachtungen  vertraut
sein  werden,  als  dies  heute  noch  der  Fall  ist.
b.  Das  regelmässige  Führen  der  Deviations  -  Journale  und  deren  Diskussion.  Die
Direktion  hat  es  stets  als  einen  der  ersten  Grundsätze  ihrer  Thätigkeit  in  der  Behandlung  der  Kompasse
an  Bord  eiserner  Schiffe  ausgesprochen  und  als  eine  Vorbedingung,  ohne  deren  Erfüllung  ein  wirklicher
Fortschritt  in  dieser,  für  den  Weltverkehr  zur  See  so  überaus  wichtigen  Sache  nicht  gedacht  werden  kann,
bezeichnet,  dass  an  Bord  das  Führen  von  Deviations-Journalen  zur  Regel  gemacht  werde.  Es  ist  geradezu
unmöglich,  den  Erscheinungen  im  Verhalten  eines  Kompasses  an  Bord  eines  eisernen  Schiffes,  welches  in
den  verschiedensten  Meerestheilen  fährt,  zu  folgen,  wenn  nicht  die  Deviationsbestimmungen  in  systematischer
Weise  durchgefuhrt  und  auch  in  die  dazu  bestimmten  Formulare  (Deviations-Journale)  eingetragen  werden.
Giebt  auf  der  einen  Seite  ein  solches  Verfahren  dem  Seemanne,  dem  die  Navigation  eines  Schiffes  anvertraut ­
  ist,  stets  einen  Einblick  in  den  regelmässigen  Verlauf  der  Deviations-Aenderungen,  so  gewährt  es  auf
der  anderen  Seite  der  Zentralstelle  das  sicherste  Mittel,  die  an  Bord  solcher  Schiffe  getroffenen  Anordnungen ­
  mit  Beziehung  auf  Aufstellung  und  Kompensation  der  Kompasse  zu  prüfen  und  eventuell  Abänderungen ­
  zu  treffen  oder  Anweisungen  auszufertigen.  Mit  besonderer  Genugtuung  konstatirt  die  Direktion,
dass  die  Zweckmässigkeit  der  Führung  eines  Deviations-Journales  von  Seiten  der  betheiligten  Seeleute
immer  mehr  anerkannt  wurde,  wie  dies  die  zahlreiche  und  regelmässige  Betheilignng  an  diesen  Arbeiten
darthut.
Im  Jahre  1879  wurden  ausgegeben:  **)
an  Dampfer-Kapitäne...  37  Deviations-Journale,
„  Segelschiffs  -  Kapitäne  34  „  „
zusammen  71  Deviations-Journale.

*)  Siehe  Jahresbericht  I,  Seite  102.
**)  Siehe  Jahresbericht  I,  Seite  105.
            
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