Seekarten und
mehr
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Die Daten werden analog und digital bereltgestellt.
Die Umstellung auf die neuen Produktlinien erfolgt Im
Jahr 2003.
Insgesamt führten im Jahr 2002 das Vermessungs
schiff KOMET mit vier Booten und die Vermessungs-,
Wracksuch- und Forschungsschiffe ATAIR, DENEB
und WEGA mit je zwei Vermessungsbooten Seever
messungsarbeiten mit rund 23 000 sm (43 000 km)
Lotungsprofilen In der Nordsee und In der Ostsee
durch.
Unter anderem wurden topographische Aufnahmen
für 7 Häfen durchgeführt, die in den amtlichen See
karten des BSH dargestellt sind, 140 km Küstenlinie
aufgenommen und 14 nautische Festpunkte be
stimmt, die als Referenzpunkte bzw. zur Messungs
kontrolle dienten. Bei 11 Pegeln im Bereich der Ems
mündung wurden Höhenkontrollen durchgeführt.
Alle von den Schiffen des BSH erfassten digitalen
Positions- und Tiefenwerte wurden für eine spätere
Archivierung aufbereitet. Eine Kopie der kompletten
Datenbestände wurde an die Bundesanstalt für
Wasserbau abgegeben; weiteren Behörden wurden
Tiefendaten einzelner Vermessungsgebiete zur Ver
fügung gestellt. Die Daten liegen jeweils mit zwei ver
schiedenen Tiefenbezügen vor: Seekartennull
(MSpNW in der Nordsee, NN bzw. MWS in der Ost
see) und Normalnull (NN).
Seevermessungs-Datenbank
ln der Seevermessungs-Datenbank sollen die bear
beiteten, korrigierten und gezeitenbeschickten Ver
messungsergebnisse gesammelt und archiviert wer
den. Die für dieses Projekt Im Jahr 2001 entwickelten
Applikationen konnten zu einem großen Teil In den
Wirkbetrieb übernommen werden. Mängel, die sich
erst mit der Nutzung herausstellten, wurden beho
ben. Dabei wurden die Menüs grundlegend überar-
beltet und vereinheitlicht. Mit Jahresende 2002 waren
Daten von mehr als 320 Topographischen Karten des
Seegrundes in den sog. Quarantänespeicher über
nommen. Er enthielt zu dieser Zeit mehr als 2,3 Milli
onen Tiefenmesswerte und ca. 39 000 Steinpositi
onen. Die Tlefenllnlen sind ebenfalls übernommen.
All diese Daten können zur digitalen Bearbeitung der
Seekarten In der vereinbarten Form aus der Daten
bank abgegeben werden.
Wracksuche
Die Untersuchung von Unterwasserhindernissen
dient vor allem der Sicherheit des Seeverkehrs. Dazu
werden die Position und die geringste Tiefe der Hin
dernisse bestimmt. Beide Informationen werden In
der Regel In der Seekarte dargestellt. Auch Wracks,
die In einer Tiefe von über 20 Metern liegen, sind von
Bedeutung, z.B. für die Fischerei oder die Deutsche
Marine.
Für die Wracksuche werden verschiedene Verfahren
eingesetzt. Mit Sonaren (Seltensicht-Sonar oder
Objektsuchsonar) werden die Objekte In Ihrer Lage
und Form erfasst. Die Tiefenmessung erfolgt mit
Echoloten. In der Regel wird die Untersuchung durch
einen Taucher ergänzt, der das Hindernis genauer
untersucht und die geringste Tiefe durch Druckluft
messung bestimmt. Die Wracks sind regelmäßiger
Strömung ausgesetzt und liegen deshalb auf dem
Meeresboden nicht vollkommen fest. Sogenannte
Auskolkungen infolge der Strömungen können zu
Lageveränderungen führen, bei denen sich auch die
geringste Tiefe über dem Objekt verringern kann.
Daher werden viele Wracks wiederholt vermessen.
Das BSH führt eine Datenbank der Unterwasserhin
dernisse. Dort sind etwa 1 700 Positionen verzeich
net.
ATAIR, DENEB und WEGA führten Insgesamt 205
Wrackuntersuchungen durch. Dabei wurden 69 neue