36 Schifffahrt/Mar/Y/me Shipping
Zur Ermittlung möglicher Verursacher von Öl
verschmutzungen wird ein im BSH entwickeltes
computergestütztes Verfahren eingesetzt. Es
basiert auf der chemischen Zusammensetzung
von Mineralölen und ermöglicht - ähnlich einem
Fingerabdruck - die eindeutige Identifizierung
und Zuordnung von Ölverschmutzungen. 2010
wurden 56 Ölproben im Rahmen von 15 Straf
verfahren untersucht. Das BSH-Verfahren bildet
die Grundlage für ein europäisches Standardver
fahren zur Ölidentifizierung, das 2009 weitge
hend fertig gestellt wurde.
Zivilrechtliche Haftung des Schiffseigentü
mers für Ölverschmutzungsschäden
Nach dem Internationalen Bunkeröl-Überein
kommen besteht seit November 2008 eine neue
Haftung eines Schiffseigentümers für Meeres
verschmutzungen. Eigentümer von Seeschiffen
über 1000 BRZ, die Häfen von Vertragsstaaten
anlaufen oder deren Hoheitsgebiet durchfahren,
müssen an Bord eine amtliche Ölhaftungsbe
scheinigung mitführen. Damit weisen sie nach,
dass eine Versicherung oder sonstige finanzielle
Sicherheit besteht, z. B. eine Bankbürgschaft
vorliegt für den Fall, dass das Schiff durch
Bunkeröl Verschmutzungsschäden verursacht.
Daneben gibt es das Internationale Haftungs
übereinkommen von 1992, mit dem sich die
Vertragsstaaten zu einer ähnlichen zivilrechtli
chen Ölhaftung verpflichtet haben. Sie gilt für
Eigentümer eines Schiffes, das in das Register
eines Vertragsstaates eingetragen ist und mehr
als 2000 Tonnen Öl als Bulkladung befördert,
sowie für Eigentümer von Schiffen, die sich im
Hoheitsgebiet eines Mitgliedstaates befinden.
2010 hat das BSH 1204 Ölhaftungsbescheini
gungen nach dem Bunkeröl-Übereinkommen
und 21 nach dem Haftungsübereinkommen von
1992 ausgestellt. Von den Wasserschutzpolizei
behörden wurden im vergangenen Jahr 59 Fälle
wegen der Nichteinhaltung der Nachweispflicht
angezeigt.
A computer-aided method developed at the
BSH is used to identify possible oil polluters. It
is based on the chemical composition of mineral
oils and, comparable to a fingerprint, allows
oils to be clearly identified and traced back to
the polluter. In 2010, about 56 oil samples were
analysed within the framework of 15 criminal
proceedings. A European standard method for
oil identification, largely completed in 2009, is
based on the BSH method.
Civil liability of ship owners for oil pollution
damage
Under the International Convention on Civil
Liability for Bunker Oil Pollution Damage, in force
since November 2008, ship owners must have a
new type of insurance cover for marine pollution.
The owners of seagoing ships over 1,000 GT
bound for the harbours of Parties to the Conven
tion or crossing their territorial waters, must have
on board an official Civil Liability Certificate. This
serves as proof that insurance or other financial
security is in place, e.g. in the form of a bank
guarantee which is available in case of damage
caused by a bunker oil spill. Apart from that, the
International Convention on Civil Liability for
Oil Pollution Damage of 1992 is in force whose
Parties agreed to introduce a similar civil liability
insurance for oil pollution damage. The insurance
is mandatory for the owners of ships which
carry more than 2,000 tons of oil in bulk and are
registered in a State Party, and for the owners
of ships operating in the territorial waters of a
State Party. In 2010, the BSH issued 1,204 Civil
Liability Certificates under the Bunkers Conven
tion, and 21 under the Civil Liability Convention
of 1992. The water police reported 59 cases of
non-compliance with the requirement to provide
evidence that insurance is in place.