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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte und des Marineobservatoriums — 59. Band, Nr. 2
Die höchste Monatstemperatur fällt in fast allen Jahresreihen auf den August, Zyunten erreicht den hohen
Durchschnittsbetrag von 26,8°. In Husan bewirkt die südliche Lage und die ausgleichende Wirkung des Meeres,
daß die Januartemperatur +1,7° beträgt. Nur Hozyö, das mehr ini Innern liegt, weist eine durchschnittliche
Januartemperatur von —0,1° auf. Wie auf dem Festland fällt die höchste Monatstemperatur auf den Inseln in den
August (Kokö 26,0° und Kyobun-tö 25,5°), die niedrigste auf den Januar (Kökö + 1,0°, Kyobun-tö +3,4°). Die
jährliche Amplitude ist also recht verschieden: Kokö 25,0° und Kyobun-to 22,1°. Ebenso liegt die mittlere Jahres
temperatur von 13,9° in Kokö um 0,9° tiefer als auf den anderen Inseln. Die höchste Temperatur zeigte das
Thermometer in Reisui am 1. August 1932 mit 39,0° und die tiefste am 11. Januar 1931 mit —12,0°. Diese Diffe
renz liegt 10° unter der mittleren Südkoreas. Der allgemein ausgeglichenere Temperaturgang auf den Inseln im
Vergleich zum Festland muß zum Teil auf den Einfluß der Zyklonen zurückgeführt werden, die im Winter relativ
warme Luft mitbringen, im Sommer dagegen abkühlend wirken.
Der maximale Monatsbetrag der relativen Feuchtigkeit fällt in fast allen Jahren auf den Juli (Mittelwert
83,7%), der minimale Monatsbetrag kann von November bis März gemessen werden (Mittelwert des Januars
49,5%). Juni sowohl wie Juli weisen mit 7,4 den größten Bewölkungsgrad auf, obwohl die Zahl der Niederschlags
tage im Juli um 2 größer ist als im Juni (absolutes Maximum von 9,0 im Juli 1916); der Maximalwert von 3,9
im Durchschnitt wird im Januar beobachtet (absolutes Minimum von 0,9 im Januar 1918), in den betrachteten
Jahresreihen fiel das Minimum von Oktober bis März. Die Sonnenscheinstunden in Prozent der möglichen sind
im Juli mit 45% (nur 21% im Juli 1916!) am geringsten und im Januar und Oktober mit 66% (im Januar 1918
sogar 83%) am größten.
VII. Quelpart.
Die Darstellung dieses Klimagebietes lehnt sich eng an die Darstellung Lautensachs (Lit. Nr. 24, 189 ff.) an,
nur einige weitere Zahlenangaben sind zur Vervollständigung eingefügt.
Man ist im wesentlichen angewiesen auf die Beobachtungsergebnisse der Hauptstation Saisyü und die der
südlich benachbarten Beiinsel Mara-tö. Die Niederschlagsheobachtungen der 3 Beobachtungsjahre 1914 bis 1916
der nordöstlich vorgelagerten Insel Gyu-tö waren zu kurz und lückenhaft, als daß sie Verwendung finden konnten.
Die durchschnittliche jährliche Niederschlagshöhe beträgt in Saisyü 1380 mm und in Mara-tö 1155,5 mm. Wie auf
dem Festland ist auch hier die Schwankung dieses Betrages in den einzelnen Jahren recht beträchtlich: in Saisyü
+ 48% und —30% des Mittelwertes, in Mara-tö +43%und —29% des Mittelwertes. Der Extrembetrag 1928 von
1665,3 mm in Mara-tö und 1642,3 mm in Saisyü wurde einmal durch die enorm hohe Zahl von 48 Tf 2 -Wetterlagen
erzeugt, dann aber auch durch 8 Td 2 - und 8 Te 2 -Zyklonentage sowie 9 Td 5 -, 4 Tc,-Taifuntage. Die jahreskurve
des Niederschlags hat in Mara-tö im Dezember und in Saisyü im Januar ihr Minimum. Der Betrag in den Winter
monaten ist aber recht verschieden von dem der Festlandsstationen. Der Nordmonsun vermag nämlich bei der
Überquerung der Koreastraße Feuchtigkeit zu sammeln, und außerdem wird Quelpart auch im Winter häufiger
als das meist streng unter der Herrschaft Zentralasiens stehende nördliche und mittlere Festland von Zyklonen
heimgesucht. So sind die Wintermonate hier feuchter und niederschlagsreicher als das benachbarte Festland.
Mara-tös durchschnittliches Monatsminimum beträgt 49,4 mm, das von Saisyü 59,1 mm. 128 bzw. 132 pro mille
des Jahresbetrages entfällt in Mara-tö auf die 3 Wintermonate, die entsprechenden Zahlen der 3 Sommermonate
sind 429 bzw. 418% 0 . Der durchschnittlich größte Monatsbetrag wird in Mara-tö im Juni mit 163%o (189,6 mm)
und in Saisyü sowohl im Juli wie im September mit 160%<, (220 mm) beobachtet. Der hohe Septemberbetrag wird
hauptsächlich durch die gewaltigen Regenmengen einzelner Taifune hervorgerufen. Der Seemonsun direkt bringt,
wie auf dem Festland, nur bei orographischer Mithilfe Wolken und Niederschläge, so dem Kandasan. Die in den
Beobachtungsjahren gemessenen höchsten Monatsbeträge lassen sich nach der Wetterlagentabelle folgendermaßen
bestimmen: im Juni 1928 erzeugten 4 Tf 2 -, 1 Td 2 -, 2 Te 2 -Wetterlagen in Mara-tö die gewaltige Niederschlagsmenge
von 552,8 mm; im Juli 1931 brachten 5 Tf 2 -, 4 Td 2 -Wetterlagen in Saisyü 457,9 mm und im September 1933
stürzten ebenda an 5 Tb r , 4 Tdj-Taifuntagen 415,2 mm Regen nieder! Der Maibetrag ist durchschnittlich geringer
als der des folgenden und des vorhergehenden Monats.
Die Zahl der jährlichen Niederschlagstage ist groß: 113 Tage in Mara-tö und 146 Tage in Saisyü. Das
primäre Maximum liegt im scharfen Gegensatz zu Festlandskorea im Winter (12 Tage im Dezember in Mara-tö und
17 Tage in Saisyü), der Sommer weist mit 11 bis 13 Tagen nur ein sekundäres Maximum auf. Die Niederschlagsinten
sitäten des Monats mit dem größten und kleinsten Betrag seien gegenüber gestellt: Mara-tö im Dezember 3,7 mm
und im Juni 17,2 mm; Saisyü im Januar 4,9 mm, im Juli 18,3 mm und im September 17,0 mm. Trotz der großen
Zahl der Niederschlagstage des Winters ist somit die gleichzeitige Niederschlagsintensität gering, und infolgedessen
ist das Maximum der Niederschlagstage nicht mit einem Maximum der Niederschlagshöhe verknüpft.