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Full text: 59, 1939

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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte und des Marineobservatoriums —- 59. Band, Nr. 2 
10. September. 
Die mittleren Monatstemperaturen sind unter das Augustmaximum stark gesunken, so daß sie bedeutend 
niedriger liegen als im Juli. Im Durchschnitt fallen noch kräftige Niederschläge. In den einzelnen Jahren ist der 
Niederschlag recht verschieden, was schon daraus hervorgeht, daß in 8,0%> aller Jahresreihen das primäre Maxi 
mum an Niederschlagsbetrag und in 0,6% aller Jahresreihen das primäre Minimum auf den September fiel. 
Mit dem September ist der letzte Monat der warmen Jahreszeit gekommen. Das Maximum des Pazifischen 
Ozeans hat noch dieselbe Lage wie im August, nur nimmt seine Stärke allmählich ab. Das Minimum der Aleüten 
im SE des Beringmeeres wird entsprechend allmählich tiefer und tiefer. Das Festlandstief zieht sich in schwacher 
Ausprägung weit nach Sibirien zurück. „Le maximum thermique continental se dissipe plus vite qu’il s’était formé“ 
(Lit. Nr. 15, 105). Das Baikalseemaximum mit 766 mm durchschnittlichem Druck gewinnt wieder Einfluß auf die 
Wettergestaltung, und es zeigt sich schon wieder ein Luftdruckgefälle vom Festland zum Meer. Der Beginn des 
Monsunwechsels macht sich durch schwere Herbststürme bemerkbar. Dieser Jahreszeitenwechsel ist recht markant; 
der Regen hört dann plötzlich auf. Ein ostasiatischer Spruch lautet nach Buskirk (Lit. Nr. 7, 8) : 
You go to sleep some night after a summerday, 
You awake to feel a different atmosphère, 
You know, it is autumn, and life is worth living. 
Der letzte Satz besagt, daß die Tropenhitze des Sommers mit der dauernd hohen relativen Feuchtigkeit ein 
unangenehmes und erschlaffendes Wetter ist, und jeder aufatmet, wenn der Herbst mit seinen milden Temperaturen 
und dem angenehmen mittleren Luftfeuchtigkeitsgrad plötzlich da ist. 
Meist erfolgt der Herbstanfang in den ersten Tagen des Septembers nach einem Taifun*. Das stabile 
Sommertief verschwindet und wird abgelöst von Zyklonen der Bahn a, wie es schon in den Frühjahrsmonaten ge 
zeigt wurde. Das schwache Baikalhoch übt schon an einigen Tagen seinen Einfluß aus, Mwx 2 -Wetterlagen sind 
wieder zu verzeichnen. Die Typenauszählung vom September 1928 sei angegeben: 
Msa 2 Mwx 2 H Ta 2 Tb 2 Tf 2 Te t 
25171 5 4~ 
Vergleicht man diese einzelnen Zahlen mit den Durchschnittszahlen des Septembers: 
Ms Mw H Tx 2 Тх г 
1,7 4,3 3,4 11,4 5,6 
so erkennt man, daß der September 1928 etwa einem normalen September entspricht. 
Zwei vom normalen September abweichende Monate waren die der Jahre 1932 und 1931. 
Ms Mw H Ta 2 T(b, .. ., e) 2 Tf 2 Tx^ 
1932 ... 5 0 1 6 3 7 0 
1931 ... 0 6 7 8 2 2 4 
Im September 1932 trifft man also noch dieselben Wetterlagen an, wie sie für den Sommer als charakte 
ristisch gezeichnet wurden. Nur werden die Ms- und Ta 2 -Schönwetterlagen jetzt häufig von den Schlechtwetterlagen 
der Zyklonen abgelöst. Durch das Vorherrschen der Schönwetterlagen ist die relative Trockenheit des Monats zu 
erklären. Nur die drei T(b, ..., e) 2 -Zyklonen führten Feuchtigkeit aufs Festland. Moppo erhielt nur 12,9 mm 
Monatsniederschlag (20jähriges Mittel 123,9 mm!). Der September 1931 dagegen hatte mit den Sommermonaten 
keine Ähnlichkeit mehr, ab 19. ist er sogar als Wintermonat anzusprechen; die bis dahin auftretenden Ta 2 -, Tx x -, 
H-Tage charakterisieren ihn als Übergangsmonat. Durch einen Tb]-Taifun war der Monat relativ niederschlags 
reich (Moppo 246,0 mm!). 
Einzelne Tageswerte von Taifunniederschlägen im September sind: 
Saisyü : 200,5 
mm 
bei Tdj 
am 
19. 9. 1933 
Moppo : 123,8 
9? 
55 
99 
55 
11.9. 1931 
Saisyü : 
301,2 
55 
55 
59 
59 
11. 9. 1927 (davon 262,7 mm in 8 Stunden!) 
Husan : 
203,0 
99 
59 
99 
95 
19. 9. 1933 
Husan : 
158,3 
55 
« Tej 
59 
12. 9.1926 
Taikyü: 
88,2 
59 
Tb x 
59 
4. 9. 1933. 
* Die mittlere Häufigkeit der Taifune ist mit 5,6 Tagen etwas kleiner als im August.
	        
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