Dr. A. Caspar: Bestimmung der Polhöke der Sternwarte zu Heidelberg und ihrer Variation. 33
Archiv 1903* 2.
Ko.
Or,-No.
Name
m
« 1900.0
Ô 1900.0
Priiz,
Var. saec.
III. ftlid
E. B. in 8
Ep.
1900+
60
18 h 10 b
54 Draconis
5.3
19" 12'" 8“
+57°31'56?04
+ 6*2075
4-0? 1464
-0*02
—Or07 1
0.55
61
22 1*
60 Cygni
6.9
20 57 42
45 45 45.69
14.0359
2119
05
-0.001
0.68
62
l b
Lalande 40929 ....
6.0
21 0 44
52 53 14.27
14.2243
1816
04
4-0.008
0.68
63
2 Ä
Lalande 41201 ....
6.5
7 40
45 15 52.18
14.6452
2080
05
-0.012
0.68
64
2 b
ïtümker 9115 . ..
5.9
13 54
53 34 37.43
15.0123
1745
04
4-0.017
0.68
65
3“
Argei.-Oelzen 22165
7.6
19 33
53 48 8.66
15.3354
1715
04
—0.001
0.68
66
3 b
Bessel-Weiße 002 .
7.5
26 16
45 3 18.19
15.7074
1963
06
-0.013
0.68
67
4 a
Groombridge 3514
7.1
33 38
44 14 49.80
16.0999
1927
07
-0.046
0.68
68
4 b
Fedorenko 3876 .
6.4
37 25
54 25 1.56
16.2950
1616
05
-0.015
0.68
69
5 a
Argei.-Oelzen 22942
7.6
46 53
50 31 53.28
16.7637
1674
06
-0.097
0.68
70
5 b
Lalande 42867 ....
6.7
53 13
48 11 32.07
17.0613
1679
07
-0.013
0.68
71
6 a
Fedorenko 4039...
5.8
22 7 16
50 19 44.60
17.6747
1516
07
+0.026
0.68
72
6 b
Lalande 43559 ....
7.0
13 28
48 37 36.05
17.9244
1487
' 08
-0.004
0.68
[73
7*
3 Lacertae
4.4
19 38
51 43 40.15
18.1591
1378
08
-0.203]
74
7 b
5 Lacertae
5.1
25 22
47 11 41.53
18.3668
1380
09
—0.010
0.68
75
8 a
Groombridge 3810
6.6
29 10
40 18 10.93
18.4977
1404
10
-0.004
0.68
76
8 b
Fedorenko 4224...
7.0
35 14
58 24 23.46
18.6961
1125
07
+0.002
0.68
77
9 a
Lalande 44656 ,..
6.8
43 50
49 3 16.94
18.9549
1141
10
-0.001
0.69
78
9 b
Fedorenko 4296 .
6.9
48 32
49 52 50.24
19.0850
1075
10
-0.019
0.68
79
10 a
Fedorenko 4312. .
4.5
52 3
49 11 57.68
19.1772
1034
10
-0.021
0.69
80
10 b
3 Andromedae ....
4.8
59 41
49 30 29.72
19.3616
0927
11
+0.153
0.69
Ausführung der Beobachtungen.
Etwa 1 Y* Stunden vor Beginn der Beobachtungen wurde das Haus auseinandergorollt. In den meisten
Fällen wurden bald darauf, nachdem sich die Temperaturen einigermaßen ausgeglichen hatten, die Talcott-
Niveaus geprüft. Dann wurde die Neigung verringert, falls sie einen größeren Betrag erreicht hatte, und
darauf geachtet, daß auch die Vertikalachse in Nord-süd-Richtung höchstens etwa 5" von der Senkrechtstellung
ab wich, sodaß die Talcott-Niveaus in beiden Lagen des Instrumentos einspielten. Kurz vor und nach den
einzelnen Gruppenbeobachtungen erfolgte die Ablesung der Barometer- und Thermometerstände und die
Bestimmung der Neigung. Nach Einstellung des Fernrohres auf die mittlere Zenithdistanz des zu beob
achtenden Sternpaares wurden die Talcott-Niveaus so geklemmt, daß die Blasen nahezu die Mitten der
Skalen eiunahmen. Hierzu wurde nur in der ersten Zeit die Feinbewegung benutzt, während später die
Einstellung der Niveaus nur mittelst der großen Klemmschraube geschah, was bei einiger Uebuug auf etwa
(fl5 genau gemacht werden kann. Ich bemerkte nämlich, daß hei Benutzung der Feinbewegung zuweilen
nachwirkende Spannungen eintraten, die auf diese Weise vermieden werden konnten. Nach Eintritt des
Sternes in das Gesichtsfeld wurden die Niveaus abgelesen, die Einstellungen an den Fäden 3, 3, 8 und 11
des festen Eadennetzes gemacht und die Niveaus wiederum abgelesen. Nur in wenigen Fällen, wenn durch
irgendwelche Hindernisse eine Verzögerung der Einstellungen oder Ablesungen erfolgt war, mußte die erste
oder zweite Ablesung der Niveaus fortfallen. Nach Umlegung wurden die Niveaus mit der Feinbewegung
des Fernrohres möglichst auf dieselbe Einstellung gebracht, worauf beim zweiten Stern des Paares das
gleiche Verfahren erfolgte, wie beim ersten. Die Mikrometerschraube wurde bei den Einstellungen immer
in demselben Sinne, rechts herum, bewegt und jede Einstellung auf derselben Linie des Gesichtsfeldes ge
macht. Das letztere ist leicht mit Hülfe einer kleinen Unreinlichkeit am Okular durchzuführen und bewirkt
die Elimination der durch Fadenparallaxe entstehenden Fehler. Beim Bechtsdrchen der Schraube werden
die Federn des Mikrometers zusammengedrückt, wachsen die Ablesungen und bewegt sich der Faden bei
Kreis West von Süden nach Norden. Um eine möglichst vollständige Elimination der Biegungsunterschiede,
bei verschiedener Lage des Fernrohres herbeizuführen, wurden die einzelnen Sterne in den aufeinander
folgenden Beobachtungsnächten abwechselnd bei Kreis Ost und bei Kreis West beobachtet. Bei starkem
Winde mußten die bei der Beschreibung des Instrumentes erwähnten Schutzkleider benutzt werden, um das
Flackern der Lampen zu verhüten. Refraktionsstörungen können wohl dadurch kaum verursacht worden
sein, da das Objektiv noch etwa 50 cm über der Oberkante der Schutzkleider hervorragte. In der kalten