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Full text: 18, 1895

No. 4. 
Die Isolbarentypen des Nordatlantischen Ozeans und Westeuropas 
und 
ihre Beziehungen zur Lage und Bewegung der barometrischen Maxima und Minima, 
im Aufträge der Direktion der Seewarte 
bearbeitet von 
Prof. Dr. W. J. van Bebber und Prof. Dr. tt . Koppen. 
I. Das Material und seine Klassifikation. 
Durchblättert man eine längere Reihe synoptischer Wetterkarten, so erhält man zunächst den Ein 
druck einer unendlichen Mannigfaltigkeit. Doch findet man bald, dass gewisse Eigenthümliclikeiten der 
Luftdruck-Vertheilung, und also auch der Luftströmungen, mehrere Tage, ja selbst Wochen lang anhalten, 
um dann wesentlich davon abweichenden Platz zu machen. Bei anhaltender Beschäftigung mit dem Gegen 
stände bemerkt man ferner, dass zwar eigentliche Wiederholungen ganz gleicher Wetterlagen ausgeschlossen 
sind, dass aber die Zahl der vorkommenden Kombinationen dennoch keine unendliche ist, sondern eine 
Tendenz zur Wiederkehr ähnlicher Wetterlagen in allerdings ganz unbestimmten Zwischenräumen besteht. 
Diese Erkenntniss ist es, die dem Plane der Viertelj ahr s - Wоtter - Rundschau der Seewarte zu Grunde 
liegt. Es wird in derselben das Vierteljahr, nach der allgemeinen Wetterlage über dem Nordatlantis.chen Ozean 
und den angrenzenden Kontinenten, in eine Anzahl möglichst natürlicher Zeitabschnitte getheilt, die eine ge 
trennte kartographische Darstellung finden. Da in Europa und auf dem Ozean besonders die Gebiete hohen 
Druckes eine starke Erhaltungstendenz besitzen und inmitten des wechselvollen Spiels der barometrischen 
Minima das relativ stabile Element darbieten, so wurde ein Verfahren gesucht, die durchschnittliche Lage der 
Gebiete mit höherem Drucke während jedes Zeitabschnitts auf der Karte zu fixiren, und dieses wurde in der 
graphischen Ableitung der Mittellage der Isobare 765 gefunden; ein Verfahren, welches sich sehr gut bewährt 
hat, da nur selten die Aenderungen dieser Isobare innerhalb der zu einem Zeitabschnitt verbundenen Tage 
so bedeutend sind, dass die Mittelung zweifelhaft oder willkürlich erscheint. Häufiger ist dies der Eall über 
Nordamerika, erstens weil bei Wahl und Abgrenzung der Zeitabschnitte die Randgebiete der „synoptischen 
Wetterkarten vom Nordatlantischen Ozean“ nur geringe Beachtung finden konnten und die Mitte derselben 
ausschlaggebend sein musste; zweitens weil, wie Hoffmeyer schon vor 18 Jahren bemerkt hat, die baro 
metrischen Maxima über Nordamerika weit raschere Ortsveränderungen zeigen, als über Europa und dem 
östlichen Theile des Ozeans. 
Als mehrere .Jahrgänge solcher kondensirten Karten der Vierteljahrs-Wetter-Rundschau hergestellt 
waren, welche die typischen Züge jedes Zeitabschnitts unter Verzicht auf vorübergehendes Detail darstellen, 
lag der Versuch nahe, durch Klassifikation und Bearbeitung derselben einige allgemeine Resultete aus der 
grossen Arbeitsmasse zu ziehen, welche sie und noch mehr die ihnen zu Grunde liegenden täglichen synop 
tischen Karten selbst repräsentiren. Wir haben diese Arbeit gemeinsam in Angriff genommen, da wir Beide 
bereits mehrere Arbeiten in dieser Richtnng ausgeführt haben und unsere Erfahrungen sich ergänzen konnten, 
auch die Theilung der nicht unerheblichen Arbeitslast, die noch zu bewältigen war, erwünscht schien. Als: 
Material haben wir die ersten 17 Hefte der Rundschau der Arbeit zu Grunde gelegt, in welchen die Karten 
Archiv 1895. 4. 
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