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Full text: 15, 1892

Fünfzehnter Jahres-Bericht der Direktion. 
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Das neue Gebäude für das Chronometer-Prüfungs-Institut. 
Am 1. November 1892 fand die Uebersiedelung der Abtheilung in das neue, für das Chronometer- 
Prüfungs-Institut errichtete Gebäude, und zwar noch rechtzeitig zum Beginne der 16. allgemeinen Kon 
kurrenz-Prüfung statt, nachdem vorher eine eingehende Prüfung der neuen Apparate und Instrumente aus 
geführt worden war. Die laufenden Arbeiten der Abtheilung erlitten dabei keine Unterbrechung. 
Die Einrichtungen des neuen Dienstgebäudes sind im Ganzen jenen ähnlich, welche für das alte 
Dienstgebäude getroffen worden waren, allein es konnten doch wesentliche Erweiterungen in den Ein 
richtungen getroffen werden und wird es sich desshalb der Mühe lohnen, eine eingehende Beschreibung 
desselben zu geben. Es soll denn auch mit dem nächsten Jahres-Berichte eine solche Beschreibung ver 
öffentlicht werden. Für jetzt mag es genügen, nur einige der neu hinzugetretenen Apparate und Instru 
mente zu erwähnen. Es sind dies: 
1) Apparat zur Prüfung der Chronometer unter verschiedenen Temperaturen während der Kon 
kurrenz-Prüfungen. 
2) 1 Zimmer für Erhaltung einer konstanten Temperatur. 
3) 1 Apparat zur Prüfung der im Dienste befindlichen Schiffs-Chronometer. 
4) 1 Kammer zur Prüfung der Chronometer unter veränderlichem Luftdruck. 
5) 1 Kammer zur Prüfung der Chronometer unter veränderlichem Feuchtigkeits-Gehalt der Luft. 
Die beiden zuletzt genannten Apparate sind mit einer kräftigen Luftpumpe, vermittels 
welcher auch Luft von niedriger Temperatur aus dem Eiskeller im Kellergeschosse herauf ge 
pumpt werden kann, versehen. 
6) 1 vollständiger Chronographen-Apparat, mittels Umschalte-Vorrichtung, so dass die folgenden 
Pendel-Uhren zur Vergleichung der Chronometer herangezogen werden können: Die Normaluhr 
der Sternwarte Tiede 375 im luftdicht verschlossenen Kaum, Knoblich 2090 im Zimmer der Normal- 
Instrumente der Seewarte, Kittel im Raum des Chronometer-Gebäudes für konstante Temperatur 
und überdies eine Halbsekunden-Pendeluhr von Fick zum besonderen Zweck für den Chronographen. 
Eine telephonische Verbindung mit der Sternwarte ermöglicht den direkten Verkehr mit diesem 
letzteren Institute, unter Anderem auch zum Zwecke von Zeitvergleichungen. 
XI. Die Thätigkeit der Abtheilung für Küstenbeschreibungen 
im Jahre 1892. 
Da das Reichsmarine-Amt, wie schon im vorigen Berichts-Jahre gesagt wurde, auch die Herausgabe 
von Ktisten-Besclireibungen dem Arbeitspläne der Seewarte überwiesen hat, so wurden die schon 1891 an 
gefangenen, vorbereitenden Arbeiten bis zum Frühjahr 1892 fortgesetzt. Zu diesen gehörte die Verein- 
nahmung und Ordnung von ca. 2000 Karten, die aus den Karten-Depots in Berlin, Kiel und Wilhelmshaven 
den Beständen der Seewarte zugefügt wurden, sowie von vielen Neubeschaffungen an Karten und Büchern. 
Ferner trat noch die Erledigung mancher Anfragen, die in den Thätigkeitsbereich der Abtheilung hinein 
reichten, hinzu. Leider wurden diese Arbeiten wesentlich durch den Tod des einen der beiden in ihr 
thätigen Beamten (siehe Jahres-Bericht 1891 S. 4) behindert, so dass erst im April resp. Mai, nachdem die 
obige Lücke ausgeglichen, die Küstenbeschreibungen in ihrem vollen Umfange aufgenommen werden konnten. 
Schon im Spätherbste war das Manuskript zu dem Segelhandbuch „Der Englische Kanal“ sowohl 
für die englische als auch für die französische Küste fertig gestellt. Das Werk wird in zwei Theilen im 
April resp. September 1893 unsern deutschen Seeleuten übergeben werden und wird sowohl in Betreff des 
Kostenpunktes als auch der Ausstattung würdig dem englischen „Channel Pilot“ an die Seite gestellt 
werden können.
	        
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