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Korrektion als 0.5° Celsius von vorne herein ausgeschlossen wurden. Es ist gewiss ein erfreuliches Zeichen
für die Würdigung des Werthes solcher Prüfungen seitens des betreffenden Publikums, dass man sich,
unerachtet erheblicher Erschwerungen nicht abschrecken liess, die Instrumente durch die Seewarte verifiziren
und mit einem Atteste versehen zu lassen.
1. Die Prüfung und Beschaffung meteorologischer Instrumente.
Ueber die Zahl der geprüften meteorologischen Instrumente giebt folgende Zusammenstellung einen
Aufschluss.
Im Zeiträume vom 1. Januar bis zum 31. Dezember wurden folgende meteorologische Instrumente
geprüft:
a. Barometer.
1) Stations-Barometer 3
2) Marine-Barometer 106
3) Aneroide 5
4) Mikro-Barometer (Wolfs Patent) 2
zusammen 116
gegen 173 im Jahre 1880. Die Abnahme erklärt sich dadurch, dass einerseits begreiflicherweise die An
schaffung neuer Barometer seitens der Seewarte mit dem grösser werdenden Bestände abnahm, andererseits
die im Gebrauche befindlichen Barometer, welche gegenwärtig meistens schon mehrere Male gründlich ge
prüft sind, nunmehr nur in längeren Zwischenräumen zur Prüfung herangezogen werden.
Es mag hier besonders hervorgehoben werden, dass im Jahre 1881 eine Vergleichung der beiden
Hauptbarometer der Seewarte mit einem Stations-Barometer des Königl. italienischen meteorologischen
Instituts in Rom durch einen Beamten des genannten Institutes unter Mitwirkung der Abtheilung II aus
geführt wurde.
b. Thermometer.
1) Normal-Thermometer 6 ( 11)*)
2) Thermometer für meteorologische Zwecke und für
Beobachtung des Oberflächen-Wassers zur See 308 (408)
3) Maximum- und Minimum-Thermometer 18 ( 38)
4) Thermometer zu ärztlichen Zwecken 625 (330)
in Summa 957 (787)
Die Abnahme bei den unter 1)—3) genannten Thermometern ist auf dieselbe Ursache zurückzuführen,
die oben bei den Barometern bereits gekennzeichnet wurde.
Bei der grossen Anzahl der an Abtheilung II zur Prüfung gelangenden Thermometer, namentlich der
ärztlichen, machte sich im Laufe des Berichts-Jahres immer mehr das Bedürfniss für eine verbesserte
Prüfungs-Vorrichtung fühlbar. Für die Nullpunkts-Bestimmungen in frisch gefallenem Schnee können die
vorhandenen Vorrichtungen als ausreichend bezeichnet werden. Es konnten derartige Bestimmungen an
den sämmtlichen Normal-Thermometern indess, wegen der wenigen Schneefälle des Jahres 1881, nur an
einem einzigen Tage vorgenommen werden. Mit Beziehung auf die Vergleichung von Thermometern bei den
verschiedenen Temperaturen, in denen sie vorzugsweise gebraucht werden, lagen die Verhältnisse insoferne
nicht sehr günstig, als eine zur korrekten Ermittelung der Korrektionen geeignete Vorrichtung nicht vor
handen war. Eine wesentliche Bedingung für eine solche Vorrichtung ist darin zu erkennen, dass dieselbe
ermöglicht, die Temperatur des Wassers, in welcher die Vergleichung stattfindet, langsam und gleichmässig
zu ändern, um ein etwaiges Zurückbleiben oder auch Voreilen bei Maximal-Thermometern konstatiren zu
können. Es wurde denn auch im Laufe des Berichts-Jahres ein, wie man erwarten durfte, den nach Obigem
zu stellenden Anforderungen entsprechender Apparat bei R. Fuess in Berlin bestellt, aber erst im Beginne
des neuen Jahres 1882 bezogen.
Zur Bestimmung des Siedepunktes der Thermometer musste auch in diesem Jahre der Kochapparat
eines Hypsometers benutzt werden, was übrigens nur als ein Aushülfe-Verfahren anzusehen ist. Da es
*) Die eingeklammerten Zahlen beziehen sich auf die, im Vorjahre 1880 geprüften gleichnamigen Instrumente.