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Full text: 44: System Nordsee - Zustand 2005 im Kontext langzeitlicher Entwicklungen

Meeresphysik 
System Nordsee 
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rand auftretende schwache WNW-Winde sind ab Juni charakteristisch für den Durch 
schnittssommer im Nordseegebiet. 
Die virtuelle Nettoversetzung entsprach im Jahr 2005 einem mittleren Vektorwind von 
3.5 m/s aus W (264°), der sich nur unwesentlich vom klimatologischen Vektorwind un 
terschied (3.7 m/s, 256°) und einen mittlerem Rang (16) im 35jährigen Ensemble ein 
nahm (Rang 1: 1.8 m/s (1996); Rang 35: 5.7 m/s (1990)). Die skalare Windgeschwin 
digkeit erreichte mit 8.6 m/s lediglich Rang 9 im Wertebereichs von 7.6 m/s (2003) bis 
10.0 m/s (1990). Die markanteste Abweichung von der klimatologischen Trajektorie 
trat im Winter ein. Die persistente Sturmphase im Januar, die in sehr hoher Vektor 
windstärke (12.0 m/s) und Richtungsstabilität (77 %) zu Tage trat, wurde im Februar 
durch hochvariable Windverhältnisse (1.5 m/s, 14 %) abgelöst, die sich bis in den April 
fortsetzten. Bemerkenswert ist ferner die stabile Phase von SSW-Winden im Oktober 
(6.1 m/s, 70 %), welche sich in die Nachbarmonate erstreckte und etwa 50 Tage an 
dauerte. 
Sturm (S. 64 ff.) 
Auf Basis täglicher Luftdruckfelder wurde die Entwicklung der Sturmhäufigkeit im Zeit 
raum 1970-2005 untersucht. Die lineare Abhängigkeit der Sturmfrequenz im DJF- 
Quartal vom Winter NAO-Index (DJF) war zwischen 1974 und 1989 sehr stark ausge 
prägt (80 % Varianz), ist seither jedoch merklich schwächer (53 %). Der Schwerpunkt 
der Sturmsaison (Oktober bis März, 02M) verlagerte sich Anfang der 1980er Jahre 
vom Dezember in den Januar und wanderte 1997 in den Februar aus. Für die Sturm 
frequenz im Herbst (OND) ergab sich ein signifikanter linearer Rückgang um insge 
samt 8 Sturmtage seit 1970. Die Sturmhäufigkeit im Winter (JFM) nahm bis Anfang der 
1990er Jahre um 7.1 Tage pro Dekade zu und fiel seither mit eine Rate von - 9 Tagen 
pro Dekade auf das Niveau der 1970er Jahre zurück. Die Sturmhäufigkeit im Sturm 
halbjahr (02M) variierte zwischen 54 (1989/90) und 3 Tagen (2002/03); ihre langfristi 
ge Entwicklung entsprach prinzipiell derjenigen im Winter. Der relative Anteil von 
Starkstürmen an der Gesamtsturmhäufigkeit war in allen Jahreszeiten (OND, JFM, 
02M) trendfrei und schwankte um ein mittleres Niveau von 16 %. 
Lufttemperatur und Strahlung (S. 71 ff.) 
Der Jahresgang der Globalstrahlung auf Norderney zeichnete sich im Jahr 2005 durch 
Überschüsse im April, Juni, September und Oktober aus, die unter häufigem Hoch 
druckeinfluss zustande kamen. Diesen Strahlungsüberschüssen stand ein signifikan 
tes Defizit im Juli/August gegenüber, welches der von reger Tiefdruckaktivität ge 
prägten unbeständigen Witterung im Hochsommer zuzuschreiben war. Zeitgleiche 
Monatsanomalien ergaben sich im Jahresgang der Lufttemperatur. Die jahreszeitli 
chen Temperaturen lagen jedoch auf Normalniveau, außer im Herbst (SON), in dem 
die Lufttemperatur die Rekordhöhe (1971 -2005) von 12.2 °C erreichte. 
Meeresphysik 
Strömung (S. 81 ff.) 
Die atmosphärische Zirkulation über der Nordsee bildet sich in Muster und Intensität 
der Oberflächenströmungen ab. Infolge vorherrschender Winde aus SW bis NW resul
	        
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