Jahresbericht der Deutschen Seewarte für 1930.
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Ozeans an Bord der Schiffe auf Grund des Ozeanfunkwetterberichtes der See
warte wurde ausgegeben.
Die Auslandskreuzer der Reichsmarine wurden mit der für den Seeobsdienst
notwendigen Ausrüstung versehen, ebenso der Fischereikreuzer „Zieten“ und der
RFD „Poseidon“.
d) Klimatologie.
1. Küstenklima.
Die Monatstabellen der Normalbeobachtungsstationen der Seewarte wurden
der „Anleitung zur Anstellung und Berechnung der Beobachtungen an den
deutschen meteorologischen Stationen“ (herausgegeben vom Preußischen Meteoro
logischen Institut) angepaßt, was einen regeren Schriftverkehr als früher mit
den Beobachtern erforderte. Auch das Observatorium Danzig stellt seine der
Seewarte übersandten Beobachtungen gemäß dieser Anleitung an. Die meteoro
logischen Monatswerte der zehn Stationen Borkum, Wilhelmshaven, Altenwalde,
Hamburg, Kiel, Warnemünde, Stettin, Rügenwaldermünde, Danzig, Königsberg i. Pr.
werden laufend als Küstenwitterungsbericht in den Annalen der Hydrographie
und Maritimen Meteorologie veröffentlicht.
Die Vorbereitungen für den Druck des Jahrgangs 1927 des Meteorologischen
Jahrbuches (Beobachtungssystem der Deutschen Seewarte) waren bis Ende 1930
noch nicht beendet; Personalmangel macht sich bei der Drucklegung der noch
fehlenden Jahrgänge hemmend bemerkbar. In den Jahrbüchern werden jetzt die
ausführlicheren „Bemerkungen“ zum Wetter von den Tabellen abgetrennt und
fortlaufend besonders wiedergegeben.
Die Zahl der Auskünfte über vergangenes Wetter nahm ab (bedingt durch
die Abtrennung der Öffentlichen Wetterdienststelle Hamburg).
Besucht wurde die Abteilung von Herrn Dr. Grunow, der für das Klimawerk
des Preußischen Meteorologischen Instituts Material erbat.
2. Seeklima.
Für die von der Reichsmarine herausgegebenen Seehandbücher wurde von den
Meteorologen der Abteilung III eine Reihe von Abschnitten „Wind und Wetter“
der verschiedenen Seegebiete unter besonderer Berücksichtigung der synoptischen
Meteorologie neu verfaßt, was z. T. erhebliche Arbeit bedingte.
3. Deutsche überseeische meteorologische Beobachtungen.
Es gingen 1929 und 1930 folgende Beobachtungen ein: Labrador, Evangelische
Brüder-Unität: 1. Nain (April 1928—September 1930), Beobachter Herr Missionar
P. Hettasch; Abessinien: 2. Adis-Abeba (Juni 1929—Mai 1930), Deutsche Gesandt
schaft, Herr Dipl.-Ing. A. Heuß; 3. Adis-Abeba/West-Gulali (Dezember 1928 bis
Januar 1929), Fräulein Amelie Boiler; 4. Djenda/Tana-See (März 1928—August
1929 und November 1929—Oktober 1930), Herr Missionar Th. Bauer; früheres
Deutsch-Ost-Afrika: 5. Morogoro (Juli 1928—Juli 1929), Herr Ernst Rehwinkel;
Muni-Gebiet, Pflanzung Alfredo Schmidt: 6. Upuanyio (November 1928 wie Januar
bis April 1929 und Juni 1929—Januar 1930), Herren Mertens und Gaedecke;
Kamerun, Bibundi-Aktiengesellschaft: 7. Batoki-Neufarm (Januar 1928 bis
August 1930), Herren Fischer, Barkmann, Reibnegger, Friedrich Schmidt;
8. Bibundi (August und September 1926 wie Februar 1927—August 1930),
Herren Klink und Weiler; 9. Isobi (Januar 1928—August 1930), Herren Bark
mann, Reibnegger, Starke, schwarzer Aufseher; 10. Isongo (Januar 1928 bis
August 1930), Herren Vogel, Morszeck, Jacobs; 11. Mokundange (August 1926
bis April 1927 und August 1927—August 1930), Herren Siegl, Ritter, Motto;
12. Merckfelde (Februar—November 1928); Kamerun, Guatemala-Plantagen-
Gesellschaft: 13. Likomba (November 1928—September 1930), Herren Jacobs und
Karstedt; Kamerun, Pflanzung Otto Holtfoth: 14. Tiko (Januar 1929—Juni 1930),
Herr Otto Holtfoth; Kamerun, Westafrikanische Pflanzungsgesellschaft „Victoria“:
15. Bimbia-Pflanzung (Januar 1929—September 1930), Herren Devege und Robert
Sodjatee; 16. Bota (Oktober 1928—September 1930), Herr Mensah mit gelegent
licher Vertretung durch die Herren Kanold und Jones; 17. Bussumbu (Oktober